Die Gaspreise haben sich zwischen 2020 und 2022 mehr als verdoppelt. Die Gasknappheit, die Deutschland aufgrund des Krieges der Ukraine mit Russland befürchtet, wird die Preise wohl unweigerlich weiter in die Höhe treiben. Der Chef der Bundesnetzagentur (BNetzA) Klaus Müller spricht Medienberichten zufolge gegenüber der Welt eine düstere Vermutung aus.

Dem Vergleichsportal Verivox zufolge lag der Preis für eine Kilowattstunde Gas im Jahr 2021 bei etwa 7 Cent. Inzwischen sind die Gaspreise auf leicht über 14 Cent gestiegen und haben somit einen neuen Höchstwert erreicht - und sie steigen weiter. Aus diesem Grund befürchtet Müller, dass viele Haushalte ihre Rechnung nicht mehr werden begleichen können.

Schockierende Armuts-Zahlen für 2022: Knapp 17 Prozent der Deutschen sind "arm"

Der Paritätische Wohlfahrtsverband gibt in seinem Armutsbericht 2022 ein schockierendes Ergebnis bekannt. Etwa 16.6 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter Armut. "13.8 Millionen Menschen müssen demnach hierzulande derzeit zu den Armen gerechnet werden, 600.000 mehr als vor der Pandemie", berichtete der Verband auf seiner Homepage.

Ein großer Kritikpunkt, den Müller anbringt, ist Deutschlands Abhängigkeit von Gas im Allgemeinen und Gasimporten. Er wirft der Politik vor, eine Sicherstellung der Energieversorgung versäumt zu haben. Aus diesem Grund habe man nun keine andere Wahl, als die Gaskraftwerke durch Kohlekraftwerke zu ersetzen und die klimapolitischen Ziele hinten anzustellen.

Auch wenn derzeit die Füllstände der deutschen Gasspeicher derzeit 60 Prozent betragen und weiter steigen, biete das noch lange keinen Grund sich in Sicherheit zu wiegen. Selbst dann nicht, wenn der Füllstand Anfang November mindestens 90 Prozent beträgt, denn Schätzungen der BNetzA zufolge, reiche das Gas bei einem Lieferstoff seitens Russland im Winter gerade mal zweieinhalb Monate.

Private Haushalte können Gas sparen: Gasthermen falsch eingestellt

Zwar lege die Politik ihren derzeitigen Fokus auf neuen Importmöglichkeiten, jedoch könne man trotz vielversprechender Aussichten noch keine Entwarnung geben. Aus diesem Grund ruft Müller die Bevölkerung zum Sparen auf. Verbraucher sollen effizienter haushalten, um größtmögliche Gaseinsparungen zu erzielen. Er weist zudem darauf hin, dass in etwa jede zweite Gastherme in Deutschland falsch eingestellt sei und viel mehr verbrauche, als eigentlich nötig sei. An dieser Stelle könne man für Nachbesserungen ansetzen.