Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Beschlüsse des Bundes und der Länder zur Bekämpfung des Coronavirusals unzureichend kritisiert. "Um das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen, wären aus unserer Sicht noch weitergehende Maßnahmen notwendig", sagte er laut Deutscher Presse-Agentur(dpa) der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Seiner Meinung nach sollte für Geimpfte und Genesene bundesweit verpflichtend in Bars, Restaurants sowie für Sport und Kulturveranstaltungen in Innenräumen 2G plus gelten - dann müsste zusätzlich ein Test vorgelegt werden. Vor allem müsse die Einhaltung der Zutrittsvoraussetzungen strikt kontrolliert und deren Missachtung verbindlich sanktioniert werden, mahnte Reinhardt.

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Bund und Länder hatten sich am Donnerstag (2.12.) auf bundesweit deutlich schärfere Vorgaben und Einschränkungen geeinigt. Diese reichen von erheblichen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene bis hin zu 2G-Regelungen für den Besuch von Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen. Zusätzlich kann ein aktueller Test vorgeschrieben werden.

Für überregionale Sport-, Kultur- und andere Großveranstaltungen soll es Zuschauerbegrenzungen geben. Genutzt werden dürfen nur bis 50 Prozent der Kapazität - innen sind maximal 5.000 Zuschauer erlaubt, im Freien 15.000. Zugang haben nur Geimpfte und Genesene (2G) mit medizinischer Maske, vorgeschrieben werden können auch extra Tests (2G plus).

Reinhardt reicht aber auch die Zuschauerbegrenzung - etwa für Fußballspiele auf maximal 15.000 - nicht. "Großveranstaltungen auch im Freien sollten entweder ganz untersagt oder nur ohne Zuschauerbeteiligung erlaubt werden", sagte er und plädierte damit für sogenannte Geisterspiele. Er begrüßte die Pläne zur Einführung einer Impfpflicht.

Ethikrat soll bis Ende des Jahres Empfehlung für Impfpflicht ausarbeiten

"Wir hätten alle lieber auf eine allgemeine Impfpflicht verzichtet. Mittlerweile sehen wir aber, dass sie das einzige Mittel ist, um aus der Lockdown-Endlosschleife herauszukommen." Bund und Länder gehen davon aus, dass diese ab Februar kommen könnte. Der Ethikrat soll bis Jahresende eine Empfehlung dafür erarbeiten.

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