Berlin

Cannabis-Verbot: Kommt die Teilfreigabe?

Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), kritisiert das Verbot von Cannabis und verlangt eine breite Debatte über das Thema. Neue Wege müssen eingeschlagen werden. Mit der Forderung steht die Politikerin nicht alleine da.
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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), fordert eine neue Debatte über die Cannabis-Freigabe. Symbolfoto: Matt Masin/Zuma Press/dpa
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), fordert eine neue Debatte über die Cannabis-Freigabe. Symbolfoto: Matt Masin/Zuma Press/dpa

Die Präsentation des Drogen- und Suchtberichts 2019 hat die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig (CSU) zum Anlass genommen, um das Thema Cannabis-Verbot wieder anzustoßen.

Cannabis-Verbot neu diskutieren: Offener Dialog mit Befürwortern und Gegnern

Ludwig strebt eine breite Debatte über die Teilfreigabe von Cannabis an. Sie will mit Befürwortern und Gegnern einen offenen Dialog suchen, sagte sie am Rande der Vorstellung in Berlin. Der Gesundheitsschutz für Jugendliche soll dabei eine große Rolle spielen. Eine Freigabe für harte Drogen wie Kokain oder Heroin soll es aber keinesfalls geben.

Wie der Evangelische Pressedienst (epd) berichtet, ist Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge in Deutschland. Bei jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) und Erwachsenen weist der Bericht einen neuerlichen Anstieg aus. In Deutschland sind die Bestandteile der Cannabis-Pflanze Hanf, Haschisch und Marihuana per Gesetz verboten. Nur als Arzneimittel auf ärztliche Verschreibung darf Cannabis seit März 2017 kontrolliert ausgegeben werden.

Positive Wirkung von Cannabis: Hilft Gras bei bestimmten Krankheiten?

In vielen Forschungen wird über die Wirksamkeit von Cannabis gegen verschiedene Krankheiten und auch unterschiedliche Krebsarten, wie zum Beispiel Bauchspeicheldrüsenkrebs, geforscht. Und auch beim Sport soll Cannabis eine positive Wirkung haben. Forscher aus den USA fanden heraus, dass nach dem Konsum von Cannabis, die Bereitschaft Sport zu treiben größer war.

Immer mehr Unterstützer im Kampf für die Entkriminalisierung

Juristen, Mediziner und Sozialwissenschaftler kämpfen ebenfalls für die Entkriminalisierung von Drogen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, legten die Mitglieder konkrete Vorschläge für eine Regulierung vor. Das Betäubungsmittelgesetz erreicht nicht das Ziel Drogengebrauch einzudämmen. Kriminalisierung bringt mehr Schaden als Nutzen: die Kapazitäten von Polizei und Justiz würden gebunden und der Schwarzmarkt gedeihe. Sanktioniert werden dürfe nach Meinung des Professors für Strafrecht und Kriminologie in Bremen Lorenz Böllinger nur fremdschädigendes Verhalten.

Die Gesundheit werde stärker gefährdet durch die Illegalität als bei kontrollierter Abgabe, sagt der Hamburger Suchtmediziner Rainer Ullmann.

Durch die kontrollierte Abgabe in limitierter Menge in lizenzierten Läden könnte ein besserer Umgang mit Cannabis und auch Ecstasy möglich sein, schlägt der Fachkreis vor.

Legalisierung von Cannabis: Lesen Sie zum Thema einen Kommentar aus der inFranken.de-Redaktion.

Von der Schüler Union (SU) kommt ebenfalls ein Vorstoß zur Legalisierung von Cannabis. Die Nachwuchsorganisation der Unionsparteien erklärte, dass der Konsum, Besitz und Abgabe von Cannabis für Menschen ab 21 Jahren nicht mehr strafbar sein sollte. Ich setze mich für eine deutsche Leitkultur ein, ich finde härtere Abschiebungen richtig. Und ich finde die Legalisierung von Cannabis richtig", sagte der SU-Bundesvorsitzende Finn Wandhoff. Das Alter von 21 ist gewählt worden, weil mit 18 das Gehirn noch nicht komplett entwickelt ist.