Die Cannabis-Legalisierung in Deutschland schreitet voran, alle Regierungsparteien wollen es so. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will Haschisch schnellstmöglich aus dem Katalog der verbotenen Drogen streichen und hat dafür kürzlich einen "Zwischenspurt" angekündigt. Wie die Legalisierung konkret aussehen soll, ist noch nicht absehbar. Allerdings hat die Ampel sich offenbar bereits auf eine Höchstmenge Cannabis pro Person geeinigt, wie SPD-Innenpolitikerin Carmen Wegge gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung verlauten ließ.

Für die Legalisierung sprechen in erster Linie zwei gute Gründe: der Schwarzmarkt, der ausgetrocknet werden soll, und der Gesundheitsschutz der Konsumenten, der steigen soll, weil sie auf dem Schwarzmarkt keine oft gefährlich gestreckte Ware mehr kaufen müssen.

Ampel plant diese Cannabis-Höchstgrenze

Auf die Frage, wie viel Cannabis eine Person nach der Legalisierung kaufen können wird, sagte Wegge: "Im Gespräch sind 20 bis 30 Gramm". Zudem plane die Ampel keine "Kifferdatenbank", in der die Käufer erfasst würden - das Vorzeigen des Ausweises soll als Legitimation genügen.

Gegner der Legalisierung betonen, dass das heutige Cannabis nicht mehr vergleichbar ist mit der "harmlosen Hippiedroge" der Vergangenheit. Cannabis sei in den vergangenen Jahrzehnten bewusst "hochgezüchtet" worden und somit nun viel stärker als früher. Eine Studie des Uniklinikums Hamburg kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass das heutige Cannabis dreimal so stark ist.

Einige Umsetzungspläne zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland waren bereits zuvor durchgesickert. So sollen lizenzierte Bauern den Hanf anbauen, in lizenzierten Geschäften soll man ihn dann kaufen können. Die Kunden müssen hierfür mindestens 18 Jahre alt sein.

Jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat schon einmal gekifft. Bei den Jugendlichen unter 18 Jahren ist es jeder Zehnte, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: "Aktuelle Daten der BZgA belegen, dass bundesweit 10,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Cannabis schon einmal konsumiert haben. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es bereits 46,4 Prozent. Klinische Studien zeigen, dass der Konsum von Cannabis mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist."

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