Berlin
Drogen

Cannabis als Medikament: So oft wird es verschrieben

Cannabis ist legal - zumindest teilweise. Die Anträge auf Cannabis auf Rezept steigen und die Erwartungen der Krankenkassen wurden stark übertroffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Cannabis als Medikament ist stark nachgefragt. Symbolbild: Swen Pförtner/dpa
Cannabis als Medikament ist stark nachgefragt. Symbolbild: Swen Pförtner/dpa
Mit so vielen Anträgen hatten die Krankenkassen nicht gerechnet: Mehr als 13.000 Patienten erhielten in den vergangenen zehn Monaten Cannabis auf Rezept als Medikament verschrieben. Wie die "Rheinische Post" berichtet, stellen immer mehr Menschen bei ihrer Krankenkasse Antrag auf die Kostenübernahme dafür. Die Zeitung stütz sich auf eine Umfrage mit den größten gesetzlichen Krankenkassen Techniker Krankenkasse (TK), Barmer und AOK-Bundesverband.

Kriminalbeamter fordert Legalisierung von Cannabis - Regierung lehnt Freigabe weiter ab

Erwartet wurden nur etwa 700 Patienten pro Jahr, die Cannabis auf Rezept benötigten. Nur rund 1000 Menschen hatten in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung bevor Cannabis als Medikament zugelassen wurde.


Cannabis auf Rezept: Über 60 Prozent der Anträge wurden genehmigt

Die meisten Anträge gingen der Umfrage zufolge bei den AOK-Kassen ein. Sie erhielten 7600 Anträge, 64 Prozent davon wurden genehmigt. Bei der Barmer gingen bis Ende 2017 rund 3200 Anträge ein, davon wurden knapp 62 Prozent anerkannt. Die TK hat bis Ende November rund 2200 Anträge auf Kostenerstattung erhalten. Auch dort lag die Genehmigungsquote ähnlich hoch bei 64 Prozent.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bewertete die hohe Zahl der Anträge positiv. "Die steigende Zahl der Genehmigungen zeigt, wie wichtig es war, dieses Gesetz im letzten Jahr auf den Weg zu bringen", sagte sie. Cannabis sei aber kein Allheilmittel.