Köln
Gefängnis

Camperin vergewaltigt: Täter bei Brand in JVA schwer verletzt - war es Brandstiftung?

Er soll ein Paar in ihrem Zelt mit einer Säge überfallen, die Frau brutal vergewaltigt haben. Nun wurde der Täter in einem Kölner Gefängnis schwer verletzt.
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Im Oktober wurde der Angeklagte verurteilt, nun wurde er bei einem Brand in der JVA schwer verletzt. Foto: Henning Kaiser/dpa
Im Oktober wurde der Angeklagte verurteilt, nun wurde er bei einem Brand in der JVA schwer verletzt. Foto: Henning Kaiser/dpa
Vergewaltiger bei Brand in JVA schwer verletzt: Der verurteilte Vergewaltiger einer jungen Camperin in der Siegaue bei Bonn ist bei einem Feuer in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln schwer verletzt worden. Der verurteilte Vergewaltiger soll selbst den Brand in seiner Gefängniszelle verursacht haben. Er liege im Krankenhaus und sei nicht vernehmungsfähig, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft.

Ein weiterer Insasse und ein Mitarbeiter der JVA hätten Rauchgasvergiftungen erlitten. Wie ein Polizeisprecher sagte, konnten die Flammen gelöscht werden. Brandermittler sollten den Brandort untersuchen und die Ursache für das Feuer finden.


Absichtlich oder fahrlässig?

Gegen den 31-Jährigen werde wegen vollendeter Brandstiftung ermittelt. Ob der Häftling absichtlich oder fahrlässig gehandelt habe, sei noch unklar. Zum Zeitpunkt des Feuers war er vermutlich allein in der Einzelzelle. Ein Brandexperte soll die Ursache des Feuers klären.

Der 31-Jährige war im Oktober wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Bonn sah es als erwiesen an, dass er im April 2017 ein junges Paar beim Zelten überfiel. Der Mann schlitzte demnach nachts das Zelt auf, bedrohte das Paar aus dem Raum Freiburg mit einer Astsäge und vergewaltigte die damals 23-Jährige.
Der stellvertretende Leiter der JVA Köln, Wolfgang Schriever, sagte, in der Nacht sei Rauch aus der Zelle des Gefangenen bemerkt worden. Bei dem Feuer in der Zelle sei der 31-Jährige so schwer verletzt worden, dass er am frühen Morgen operiert werden musste. Schriever zufolge sind 30 Prozent seiner Haut verbrannt. Ob der Häftling das Feuer womöglich selbst gelegt hatte, war zunächst unklar.

Nach Angaben von Schriever hatte der Mann bereits nach Haftantritt versucht, einen Brand zu legen.
Der 31-Jährige - ein abgelehnter Asylbewerber aus Ghana - war wenige Tage nach der Vergewaltigung festgenommen worden. Im Prozess bestritt er die Tat. Er hat Rechtsmittel eingelegt. Das Gericht stützte sein Urteil vor allem auf DNA-Spuren.