Wie es in einer Pressemitteilung des Bundeswahlleiters am Freitag, dem 30.07.2021, heißt, können nun 54 Parteien an der Bundestagswahl 2021 am 26. September teilnehmen. Der Bundeswahlausschuss hatte am 9. Juli zunächst 53 Parteien zugelassen. Eine Klage beim Bundesverfassungsgericht war nun erfolgreich, weswegen die Zahl der Parteien auf 54 ansteigt: Die Deutsche Kommunistische Partei hatte erfolgreich Widerspruch eingelegt. Damit war sie die einzige Partei mit Erfolg - die Beschwerden 19 anderer Parteien waren abgelehnt worden. 

    Vor vier Jahren hatten bei der Bundestagswahl 2017 weniger Parteien teilgenommen: Damals standen letztendlich 42 Parteien auf den Wahlzettel der Menschen in Deutschland. In diesem Jahr sind einige neue Gruppierungen dabei - einige, die 2017 auf den Wahlzetteln standen, haben es nicht in die Wahlvorschlagsliste 2021 geschafft. Hier die Liste der Parteien und ein paar Informationen zu den etwas skurrileren Vereinigungen, die zur Wahl stehen. 

    Bundestagswahl 2021: Diese Parteien können in den 20. Deutschen Bundestag gewählt werden

    Automatisch vertreten sind die Parteien, die in dieser Legislaturperiode bereits im 19. Deutschen Bundestag vertreten sind. Dies sind sieben Parteien, hier sortiert nach Anzahl der Sitze (CDU und CSU bilden zwar eine Fraktion, sind aber zwei unabhängige Parteien)

    • CDU: Christlich Demokratische Union Deutschlands
    • SPD: Sozialdemokratische Partei Deutschlands
    • DIE LINKE: DIE LINKE
    • GRÜNE: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
    • CSU: Christlich-Soziale Union in Bayern e.V.
    • FDP: Freie Demokratische Partei
    • AfD: Alternative für Deutschland

    Dazu kommen zwei Parteien, die bereits in Landtagen vertreten sind. Das sind die Freien Wähler, die in Bayern im Landtag sitzen und dort auch an der Regierungskoalition beteiligt sind.  Dazu kommen die "Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / Freie Wähler" aus Brandenburg.

    Wahlvorschlagsliste: Diese 45  Vereinigungen sind zugelassen für die Bundestagswahl

    Darüber hinaus können Vereinigungen nach einem festen Prozedere ihren Willen bekunden, an der Wahl zum Deutschen Bundestag teilzunehmen. Der Bundeswahlausschuss prüft die Eingaben, etwa, ob die Merkmale einer Partei erfüllt sind und lässt danach Parteien zur Wahl zu oder lehnt sie ab. Von den 88 Vereinigungen, die gerne zur Wahl gestanden hätten, wurden letztendlich 45 zugelassen, in 19 von 20 Beschwerdeverfahren entschied der zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts gegen die eingereichte Beschwerde. In 24 Fällen wurde keine Beschwerde eingelegt, in einem Fall, der "ACP – Die Nicht-Partei (ACP)" wurde die Beteiligungsanzeige noch in der Sitzung des Wahlausschusses zurückgezogen.

    Zugelassen sind nun also folgende Vereinigungen:

     
    Kurzbezeichnung
    Parteiname
    1.
    DKP
    Deutsche Kommunistische Partei
    2.
    MENSCHLICHE WELT
    Menschliche Welt
    3.
    Tierschutzallianz
    Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz
    4.
    Die PARTEI
    Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
    5.
    BP
    Bayernpartei
    6.
    Gartenpartei
    Gartenpartei
    7.
    Deutsche Konservative
    DEUTSCHE KONSERVATIVE
    8.
    MLPD
    Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands
    9.
    III. Weg
    DER DRITTE WEG
    10.
    SSW
    Südschleswigscher Wählerverband
    11.
    LIEBE
    Europäische Partei LIEBE
    12.
    Bündnis C
    Bündnis C - Christen für Deutschland
    13.
    UNABHÄNGIGE
    UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie
    14.
    Die Humanisten
    Partei der Humanisten
    15.
    dieBasis
    Basisdemokratische Partei Deutschland
    16.
    Volt
    Volt Deutschland
    17.
    Tierschutzpartei
    PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ
    18.
    Team Todenhöfer
    Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei
    19.
    ÖDP
    Ökologisch-Demokratische Partei
    20.
    BüSo
    Bürgerrechtsbewegung Solidarität
    21.
    LD
    Liberale Demokraten – Die Sozialliberalen
    22.
    WiR2020
    WiR2020
    23.
    FAMILIE
    Familien-Partei Deutschlands
    24.
    Gesundheitsforschung
    Partei für Gesundheitsforschung
    25.
    BÜNDNIS21
    diePinken/BÜNDNIS21
    26.
    PIRATEN
    Piratenpartei Deutschland
    27.
    V-Partei³
    V-Partei³ - Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer
    28.
    DiB
    DEMOKRATIE IN BEWEGUNG
    29.
    NPD
    Nationaldemokratische Partei Deutschlands
    30.
    SGV
    SGV – Solidarität, Gerechtigkeit, Veränderung
    31.
    PdF
    Partei des Fortschritts
    32.
    B*
    bergpartei, die überpartei
    33.
    Die Grauen
    Die Grauen – Für alle Generationen
    34.
    Graue Panther
    Graue Panther
    35.
    THP
    Thüringer Heimatpartei
    36.
    LKR
    Liberal-Konservative Reformer
    37.
    SGP
    Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale
    38.
    Volksabstimmung
    Ab jetzt…Demokratie durch Volksabstimmung
    39.
    du.
    Die Urbane. Eine HipHop Partei
    40.
    BÜRGERBEWEGUNG
    Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel
    41.
    LfK
    >> Partei für Kinder, Jugendliche und Familien <<  – Lobbyisten für Kinder –
    42.
    DM
    Deutsche Mitte
    43.
    KlimalisteBW
    Klimaliste Baden-Württemberg
    44.
    sonstige
    DIE SONSTIGEN
    45.
    Wir2020
    Wir2020

    Das sind skurrile Neueinsteiger bei der Bundestagswahl 2021

    Sonstige - DIE SONSTIGEN

    Diese Partei, die sich so genannt hat wie der Balken, der in Wahlergebnissen die restlichen, kleineren Parteien zusammenfasst, ist wohl das jüngste Mitglied in der Riege der kleinen Parteien. Trotz ihres kurzen Bestehens hat sie 171 Mitglieder. Sie bezeichnet sich als "Die neue Friesenpartei für demokratischen Konföderalismus und gegen Klima-Leugnung!" Sie tritt unter anderem dafür an, dass sprachliche Minderheiten mehr Anerkennung erlangen und etwa Sprachen wie Romani, Sorbisch oder Dänisch als Landessprachen anerkannt werden. Die Partei verfügt über keinen funktionierenden Internet-Auftritt, lediglich über eine Facebook-Seite. Das sind aber keine Voraussetzungen, um zur Wahl anzutreten. Hierfür waren die Voraussetzungen gegeben und die Vereinigung wurde anerkannt. Ein Wahlprogramm hat die Partei jedoch bislang nicht vorzuweisen. 

    LIEBE (Europäische Partei LIEBE)

    Die Partei hat sich vor wenigen Jahren gegründet und sieht, wie der Name schon sagt, die Liebe im Zentrum des politischen Handelns. In ihrem Programm heißt es, dass die Liebe stärker sei als  "das Böse und der Hass". Darüber hinaus stehe die Partei zur Einheitlichkeit Europas und der Europäischen Union.  Eine eher skurril anmutende Forderung hat die Partei zur Förderung von Ehe und Familie: Der Staat solle "den Preis eines schönen Hochzeitkleides für die Braut  und den Preis  eines adligen Hochzeitsanzuges für den Bräutigam, sowie den Preis  von Eheringen in Höhe von bis zu 3000 Euro für jede neue Familie bezahlen."

    Team Todenhöfer - Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei

    Der Gründer der Partei steht im Namen und ist zentrale Figur. Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer hat die Partei im November 2020 gegründet. Er wolle sich für eine "ehrlichere Politik" und eine  "gewaltfreie humanistische Revolution" einsetzen. Die Partei setzt sich dafür ein, dass Millionen neuer Wohnungen gebaut werden und dass Familien mit Kindern stärker unterstützt werden. Außerdem sollen Großspenden an Parteien verboten und die Kirchensteuer abgeschafft werden. 

    Achtung, Verwechslungsgefahr: WiR2020 und Wir2020

    Eine der skurrilsten Erscheinungen der Wahlvorschlagsliste sind diese beiden Vereinigungen. Was wirkt wie ein Schreibfehler, sind die Bewegung rund um den Arzt Bodo Schiffmann sowie eine Abspaltung davon. Schiffmann, Teil der Querdenker-Bewegung, hatte die Variante mit dem großen "R" im Jahr 2020 gegründet, davon spaltete sich dann eine Gruppe ab, die sich mit einem kleinen "r" schreibt, ein Streit um die Namensrechte ist im Anschluss entbrannt. Beide Vereinigungen fordern die Rücknahme der Corona-Maßnahmen. Die Partei rund um Bodo Schiffmann (die mit dem großen "R") will außerdem noch einen Untersuchungsausschuss  zur Aufarbeitung der Corona-Politik einrichten. Darüber hinaus fordert die Vereinigung eine "Wiederherstellung der Presse- und Versammlungsfreiheit".

    Diese Parteien haben keine Zulassung erhalten

    • Partei der Gewaltfreien (PDG)
    • Deutsche Tradition Sozial (DTS)
    • Die Gerade Partei (DGP)
    • Humanwirtschaftspartei (Humanwirtschaft)
    • Ganzheitliches Recht Auf Leben (GRAL)
    • Allianz für Vielfalt & Mitbestimmung (Allianz Vielfalt)
    • Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD)
    • SLAM-Gruppe
    • Deutsche Friedensunion (DFU)
    • SustainableUnion (SU)
    • Das Haus Deutschland (DHD)
    • MenschenRechte 100pro,
    • Undeutscher Verein,
    • Die Natürlichen,
    • AlphaHHP – gesundheitspolitische Partei für Deutschland in Europa (AlphaHHP),
    • Aufbruch C – christliche Werte für eine menschliche Politik (Aufbruch C),
    • Partei Aktive Demokraten,
    • Praktiker Partei (PP),
    • Bündnis der Generationen – Rentner und Familie (Rentner),
    • Solidarität,
    • Das Volk bestimmt (DVB),
    • Deutsche Gerechtigkeitspartei (DEGP),
    • Deutsche Zentrumspartei – Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870 (Zentrum),
    • Sächsische Volkspartei,
    • Bundeszentralrat der Schwarzen in Deutschland (ZRSD),
    • Deutsche Protestantische Liga (Deuproliga),
    • One Europe One World (1e1w),
    • Die Germanische Partei für Frauen, Rechtsstaat, Naturschutz, Kinderförderung und demokratische Liebe (DGP),
    • Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit (BIG),
    • Die Republikaner (REP),
    • Jesusparty – Partei des Evangeliums,
    • Die Losfraktion (Los),
    • Grundeinkommen für Alle (GFA),
    • KaiPartei (Kaipartei),
    • NIUp (NIU),
    • Allianz Zukunft (AZ),
    • Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei (Landesverband Saarland),
    • Die Neue Mitte – Zurück zur Vernunft,
    • Klimaschutzpartei (KSP),
    • rund für den Rechtsstaat und neue Demokratie,
    • Die Haie.

     

    Gut zu wissen für die Bundestagswahl 2021: