Nach Auszählung aller Wahlkreise für die Bundestagswahl, die am Montag (27. September 2021) um 4.45 Uhr beendet war, steht ein vorläufiges Ergebnis fest: Demnach hat die SPD die Bundestagswahl gewonnen. Erstmals seit mehreren Jahren legte sie wieder zu und kam auf 25,7 Prozent, wie in der Nacht zu Montag auf der Website des Bundeswahlleiters ersichtlich war. Die CDU/CSU stürzte dagegen nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel mit 24,1 Prozent auf ein Rekordtief. Sowohl SPD als auch Union haben angekündigt, eine künftige Regierungskoalition bilden zu wollen. Erste Reaktionen auf die Wahlergebnisse der einzelnen Parteien haben wir hier zusammengefasst. Über die Lage in Bayern, wo die CSU wohl ein katastrophales Ergebnis eingefahren hat, informieren wir hier

Update vom 27. September 2021, 6.55 Uhr: Auszählung der Bundestagswahl beendet - Kanzlerfrage offen

Die SPD hat die Bundestagswahl knapp gewonnen. Nach dem Auszählungsergebnis aller Wahlkreise wurden die Sozialdemokraten mit Olaf Scholz am Sonntag stärkste Partei. Nach dem Ergebnis der Auszählung aller Wahlkreise verbessert sich die SPD auf 25,7 Prozent (2017: 20,5). Sie schafft damit einen steilen Aufschwung, noch im Frühsommer hatte sie in Umfragen mit rund 15 Prozent auf Platz drei gelegen.

Die Union dagegen erlebt ein historisches Debakel, sie kommt nur noch auf 24,1 Prozent (32,9). Für die Union ist das Ergebnis zum Ende der Ära Merkel ein schwerer Schlag - auch für Söder, der sich im April einem heftigen Machtkampf mit Laschet um die Kanzlerkandidatur geliefert hatte. Nach Auszählung aller Wahlkreise stürzt die CSU auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 bei einer Bundestagswahl. Sie erreicht in Bayern nur noch 31,7 Prozent (2017: 38,8), das entspricht 5,2 Prozent bundesweit. Die Grünen erzielen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ihr bislang bestes Ergebnis im Bund, bleiben mit 14,8 Prozent (8,9) aber hinter den Erwartungen zurück. Die FDP verbessert sich auf 11,5 Prozent (10,7).

Die AfD, bisher auf Platz drei, kommt nur noch auf 10,3 Prozent (12,6). In Thüringen und Sachsen wird sie aber stärkste Partei. In beiden Ländern steht die AfD im Visier des Landesverfassungsschutzes, in Thüringen wird sie als "gesichert extremistisch" eingestuft und seit dem Frühjahr beobachtet. Die Linke rutscht auf 4,9 Prozent ab (9,2). Da sie aber drei ihrer zuletzt fünf Direktmandate verteidigt, kann sie trotzdem wieder entsprechend ihrem Zweitstimmenergebnis in den Bundestag einziehen. Das legt die Grundmandatsklausel fest.

Ergebnisse der Parteien und Wahlbeteiligung

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit erheblich. Die Sitzverteilung wurde zunächst noch nicht bekanntgegeben und könnte nach den letzten Hochrechnungen von ARD und ZDF so aussehen:

  • SPD 205 bis 209 (2017: 153)
  • CDU/CSU 194 bis 196 (2017: 246)
  • Grüne 116 bis 118 (67)
  • FDP 91 bis 93 (80)
  • AfD 84 (94)
  • Linke 39 bis 40 (69)

Die Wahlbeteiligung lag mit 76,6 Prozent auf dem Niveau der vergangenen Wahl (76,2). 

Schwierige Regierungsbildung: Dreierbündnis gilt als wahrscheinlich

Deutschland steht nun vor einer schwierigen Regierungsbildung: Einzig mögliches Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es zum ersten Mal seit den 1950er Jahren ein Dreierbündnis im Bund geben. Kurios: Im Moment sieht es danach aus, als ob Grüne und FDP der künftigen Bundesregierung auf jedem Fall angehören werden und entweder die stärkste (SPD) oder zweistärkste Kraft (Union) in die Opposition müsste. Auch die Kanzlerfrage ist derzeit völlig offen.

Olaf Scholz sieht einen klaren Auftrag für die SPD. Viele Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen "Wechsel in der Regierung" wollten und der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle, sagte er. Und mit Blick auf die Union: Einige Parteien hätten Zuwächse erzielt - andere nicht. "Auch das ist eine Botschaft." Es gilt als wahrscheinlich, dass der bisherige Vizekanzler und Finanzminister ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP anstrebt, wie es in Rheinland-Pfalz seit 2016 regiert.

Aber auch Armin Laschet will trotz seiner Niederlage versuchen, sich mit Grünen und FDP auf eine Koalition zu verständigen. Die CDU/CSU werde alles daran setzen, eine Regierung unter ihrer Führung zu bilden, sagte der CDU-Chef. "Deutschland braucht jetzt eine Zukunftskoalition, die unser Land modernisiert." CSU-Chef Markus Söder sagte: "Wir glauben fest an die Idee eines Jamaika-Bündnisses." Im Wahlkampf hatte er noch massive Bedenken dagegen geäußert, dass die Union wieder den Regierungsanspruch erhebt, wenn sie nicht stärkste Kraft wird. Nun sagte er: "Wir wollen gemeinsam in diese Gespräche gehen mit dem klaren Ziel, den Führungsauftrag für die Union zu definieren, dass Armin Laschet dann der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird." 

"Jamaika" oder "Ampel": Das sagen die Spitzenkandidaten von FDP und Grünen

FDP-Chef Christian Lindner bekräftigte am Abend seine Präferenz für eine Koalition mit Union und Grünen. "Die inhaltliche Nähe zwischen Union und FDP ist die größte", sagte er. Zugleich betonte er, demokratische Parteien sollten Gespräche nie ausschließen. Die Bildung eines Jamaika-Bündnisses, wie es in Schleswig-Holstein regiert, war 2017 im Bund an der FDP gescheitert. Diesmal dürften eher die Grünen bremsen. Vor allem in der Finanz- und der Klimapolitik sind die Differenzen zwischen Grünen und FDP groß.Lindner schlug vor, dass sich die Liberalen vorab mit den Grünen treffen, um Schnittmengen und Streitpunkte auszuloten.

Grünen-Chef Robert Habeck hielt seiner Partei alle Optionen offen. Man habe "gute Chancen, stark in die nächste Regierung zu gehen", sagte er. "Wir wollen regieren." Baerbock sagte: "Es geht ja nicht um die Mittel, sondern es geht um das Ziel, was am Ende erreicht werden muss."

Normalerweise lädt die stärkste Partei zu Gesprächen ein. In der Geschichte der Bundesrepublik gab es aber auch Fälle, dass die zweistärkste Partei den Kanzler stellte: Willy Brandt wurde 1969 Kanzler einer sozialliberalen Koalition, obwohl die SPD nur auf Platz zwei gelandet war. Genauso war es bei Helmut Schmidt 1976 und 1980. Mit Material von dpa.

Update vom 26. September 2021, 0.40 Uhr: Bundestagswahl 2021 live - Hochrechnung um 23.36 Uhr (ARD)

Bundestagswahl 2021 - Hochrechnungen und Ergebnisse: Bei der Hochrechnung der ARD um 23.36 Uhr zeigt sich zwar immer noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber die SPD hat zugelegt: Sie steht nun bei 25,8 Prozent und ist 1,7 Prozent vor der CDU/CSU.

Damit hat die SPD wohl die Bundestagswahl 2021 knapp gewonnen. Sie ist momentan knapp die stärkste Kraft und wird nun wohl damit beginnen, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen.

Die CDU hat massiv verloren, nachdem sie bei der letzten Bundestagswahl noch über 32 Prozent errungen hatte. 

Update vom 26. September 2021, 22.15 Uhr: Mehr Stimmen für SPD und Grüne

SPD und Grünen haben laut neuester Hochrechnung des ZDF nochmals an Stimmen gewonnen - mit nun 25,9 Prozent für die SPD und 14,5 Prozent für die Grünen.

Die Union kommt demnach nur noch auf 24,3 Prozent der Stimmen. 

Update vom 26. September 2021, 19.45 Uhr: Vorsprung der SPD wächst

Lagen SPD und Union in den ersten Hochrechnungen noch nahezu gleichauf, wächst der Abstand mittlerweile auf über einen Prozentpunkt. Die SPD liegt demnach bei 25,7 Prozent, die Union bei 24,6 Prozent.

Sowohl Armin Laschet als auch Olaf Scholz interpretieren die bisherigen Hochrechnungen in ihrem Sinne - beide beanspruchen derzeit den Auftrag der Regierungsbildung für sich. 

Update vom 26. September 2021, 18.45 Uhr: SPD liegt in erster Hochrechnung vorne

Es ist eine historische Wahlschlappe für die Union: Am Ende der Ära von Kanzlerin Angela Merkel stürzen CDU und CSU auf ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl ab - auch wenn Kanzlerkandidat Armin Laschet auf den letzten Metern noch einiges an Boden gut machen kann und am frühen Sonntagabend  nur knapp hinter seinem SPD-Konkurrenten liegt.

Der Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, der als krasser Außenseiter in den Wahlkampf gestartet war, lässt die Sozialdemokraten nach Jahren bitterer Rückschläge wieder jubeln. Bis klar ist, wer Deutschland in den nächsten vier Jahren regiert, dürfte es aber noch eine Weile dauern.

Update vom 26. September 2021, 18.10 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

Die Wahllokale sind geschlossen, die erste Prognose ist da - und es deutet sich ein knappes Rennen zwischen SPD und den Unionsparteien an. Laut Prognose der ARD liegen sowohl die Sozialdemokraten als auch die Unionsparteien bei 25 Prozent - laut ZDF führt die SPD sogar mit 26 zu 24 Prozent. Der Linken droht ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Für die Grünen entschieden sich 14,5 bis 15 Prozent, für die FDP 11 bis 12 Prozent. Die AfD holt 10 bis 11 Prozent. Die Linke liegt bei 5 Prozent.

Daraus ergibt sich nach den Prognosen der beiden Sender folgende Sitzverteilung im neuen Bundestag: Die SPD holt 197 bis 215 Mandate, die Union 198 bis 200. Die Grünen kommen auf 119 bis 120 Sitze. Die FDP zieht mit 87 bis 99 Abgeordneten in den Bundestag ein, die AfD mit 83 bis 87 und die Linke mit 39 bis 41 Abgeordneten. Die ersten Prognosen (ab 18 Uhr) beruhen auf Befragungen der Wähler*innen nach dem Verlassen des Wahllokals. Wenig später gibt es dann bereits die ersten Hochrechnungen: Im Gegensatz zu den Prognosen beziehen sich die Hochrechnungen auf tatsächlich bereits ausgezählte Stimmen.

Update vom 26. September 2021, 17 Uhr: Beteiligung in Wahllokalen zunächst geringer

Bei der Bundestagswahl haben am Sonntag bis 14 Uhr 36,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen im Wahllokal abgegeben. Wie der Bundeswahlleiter mitteilte, ist dieser Zwischenstand zur Wahlbeteiligung auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen für ganz Deutschland ermittelt worden. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Beteiligung in den Wahllokalen zum gleichen Zeitpunkt bei 41,1 Prozent gelegen - wegen des erwarteten Anstiegs der Briefwahl ist der Vergleich aber im Hinblick auf die Entwicklung der Gesamt-Wahlbeteiligung nicht aussagekräftig.

Die abgegebenen Stimmen der Briefwählerinnen und Briefwähler sind in den Werten nicht berücksichtigt. "Die aktuell ermittelte Wahlbeteiligung liegt erwartungsgemäß unter dem Wert von 2017, da wir von einem deutlich erhöhten Anteil von Briefwählerinnen und Briefwählern ausgehen, deren Wahlbeteiligung zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Ermittlung des endgültigen Wahlergebnisses festgestellt wird", erklärte Bundeswahlleiter Georg Thiel laut Pressemittelung. 2017 hatte der Anteil der Briefwähler am Ende bei 28,6 Prozent gelegen, die Wahlbeteiligung insgesamt betrug damals 76,2 Prozent. Der Bundeswahlleiter hatte im Vorfeld bereits deutlich gemacht, dass der Briefwähler-Anteil diesmal bei mindestesn 40 Prozent liegen dürfte.

Rund 60,4 Millionen Deutsche waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen, davon 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männer. Insgesamt stellen sich 47 Parteien zur Wahl. Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. In 299 Bundestagswahlkreisen im ganzen Land kann jeweils eine Direktkandidatin oder ein Direktkandidat mit der Erststimme gewählt werden. Zudem entscheidet die Zweitstimme mit über das Gewicht der einzelnen Parteien im Bundestag. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

Parallel zur Bundestagswahl wird in Mecklenburg-Vorpommern auch ein neuer Landtag gewählt und im Land Berlin das Abgeordnetenhaus.

Update vom 26. September 2021, 16:10 Uhr: Laschet patzt bei der Stimmabgabe

CDU-Kanzlerkandidat hat bei der Abgabe seines Stimmzettels gepatzt: Der Stimmzettel war falsch gefaltet, beide Kreuze waren deutlich zu sehen. Im Internet ist daraufhin eine heftige Diskussion entbrannt. Alle Informationen findest du in unserem separaten Artikel.

Update vom 26. September 2021, 15 Uhr: Hinweise auf höhere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren

Erste Zwischenstände aus verschiedenen Bundesländern deuten teilweise auf eine etwas höhere Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl hin als vor vier Jahren. Zahlen zur bundesweiten Wahlbeteiligung gab es bis zum frühen Nachmittag zwar noch nicht. In mehreren Großstädten und Ländern lag die Beteiligung bis zum späten Vormittag oder Mittag jedoch höher als bei der Bundestagswahl vor vier Jahren, wobei dabei auch der Anstieg bei der Briefwahl eine Rolle spielte.

In Nordrhein-Westfalen hatten bis 12.00 Uhr 44,8 Prozent der Wahlbeteiligten ihre Stimmen in Wahllokalen in abgegeben, teilte der Landeswahlleiter am Sonntag mit. Zum gleichen Zeitpunkt bei der Wahl 2017 lag der Wert nur bei 40,1 Prozent. In der Millionenstadt Köln beispielsweise hatten nach Angaben der Verwaltung bis 11.00 Uhr 19,37 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2017 seien es zu diesem Zeitpunkt 17,37 Prozent gewesen. Dabei wurden Briefwähler anteilig eingerechnet.

In Hamburg hatten bis 11.00 Uhr nach Angaben der Behörden bereits 50,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuze gemacht. Ein großer Anteil davon sei auf den verstärkten Rücklauf der Briefwahl zurückzuführen, sagte der Landeswahlleiter der Deutschen Presse-Agentur. Vor vier Jahren hatten zu diesem Zeitpunkt erst 37,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

In Berlin zeichnete sich eine leicht höhere Beteiligung ab. Nach Angaben der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin gingen bis zum Mittag 27,4 Prozent der Wahlberechtigten zur Abstimmung. Bei der Bundestagswahl 2017 waren es 27,2 Prozent. Bei der Berechnung wird für diese Uhrzeit ein Drittel der beantragten Wahlscheine für die Briefwahl mitgerechnet.

In der bayerischen Landeshauptstadt München hatten bis 11.00 Uhr schon knapp 60 Prozent der Wähler gewählt - einschließlich Briefwahl. Ein ähnlicher Wert war bei der letzten Bundestagswahl erst gegen 14.00 Uhr erreicht worden. In Nürnberg wurde ein Briefwahl-Rekord aufgestellt.  In Bamberg zeichnet sich ebenfalls eine hohe Wahlbeteiligung ab.

In Niedersachsen gaben zwischen 8.00 und 12.30 Uhr 36,56 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleitung auf Anfrage mitteilte. 2017 waren es zu diesem Zeitpunkt 32,08 Prozent der Wahlberechtigten gewesen. Nicht einbezogen sind hier die Bürgerinnen und Bürger, die Briefwahlunterlagen beantragt haben.

In Bremen besuchten am Sonntag bis 12.00 Uhr 27,2 Prozent der Wahlberechtigten die Wahllokale, dies waren kaum mehr als am Vormittag der Bundestagswahl 2017. Damals lag der Wert bei 27,1. Allerdings hatten rund 35,1 Prozent der Wahlberechtigten dieses Jahr im Vorfeld Briefwahl beantragt.

In Sachsen hingegen ist die Bundestagswahl in den Wahllokalen etwas verhaltener angelaufen als vor vier Jahren. Bis 12.00 Uhr haben nach Angaben des Landeswahlleiters 25,9 Prozent in den Wahllokalen abgestimmt, 2017 waren es zum gleichen Zeitpunkt 27,1 Prozent. Die Behörde rechnet allerdings damit, dass ein Viertel der rund 3,3 Millionen Wahlberechtigten im Freistaat von der Briefwahl Gebrauch machten. Auch in Sachsen-Anhalt haben Schätzungen zufolge bisher weniger Bürger gewählt als vor vier Jahren. Um 12.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung im Land bei 26,5 Prozent, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Noch nicht eingerechnet ist die Zahl der Briefwählerinnen und Briefwähler. Vor vier Jahren hatte die Wahlbeteiligung am Mittag bei 29,6 Prozent gelegen.

Der Bundeswahlleiter wird am Nachmittag einen Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bekanntgeben. Es wird damit gerechnet, dass diesmal so viele Menschen wie nie zuvor per Briefwahl wählen. Nach Angaben der Bundeswahlleitung könnten es mindestens 40 Prozent sein. 2017 machten bereits 28,6 Prozent der Wahlberechtigten von der Briefwahl Gebrauch. Die Wahlbeteiligung lag vor vier Jahren bei 76,2 Prozent.

Update vom 26. September, 06.30 Uhr: Beginn der Bundestagswahl - knapper Ausgang erwartet

Nach monatelangem Wahlkampf ist der Tag der Entscheidung da: An diesem Sonntag (26. September 2021) wird ein neuer Bundestag gewählt. Nach letzten Umfragen könnte es ein ganz knappes Rennen werden. Rund 60,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, bis 18.00 Uhr Erst- und Zweitstimme abzugeben und damit über die Zusammensetzung des Parlaments zu entscheiden. Etwa 2,8 Millionen Menschen nehmen erstmals an einer Bundestagswahl teil. 47 Parteien stellen sich zur Wahl.

Die Union und ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet standen vor der Wahl unter immensem Druck. Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt nach 16 Amtsjahren nicht mehr an. Der Wahlausgang gilt angesichts zahlreicher noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler als offen. Als wahrscheinlich scheint aber, dass Deutschland künftig von einem Dreier-Bündnis regiert wird. Derzeit sind den Umfragen zufolge verschiedene Dreier-Bündnisse möglich, neben einer Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP auch ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken sowie eine CDU-geführte Koalition mit Grünen und FDP.

In den Meinungsumfragen zur Bundestagswahl lag die Union zuletzt leicht hinter der SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Die SPD kam dort auf 25 bis 26 Prozent, die Union auf 22 bis 25. Auf Platz drei lagen die Grünen mit 16 bis 17 Prozent. Es folgen FDP (10,5 bis 12 Prozent), AfD (10) und Linke (5 bis 6).

Meinungsumfragen sind allerdings nur Momentaufnahmen der politischen Stimmungslage und sagen nichts über das Wahlergebnis aus. Dies gilt bei dieser Wahl wegen der hohen Zahl noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler umso mehr.

Update vom 24. September, 11.30 Uhr: Letzte Umfrage vor Wahlabend

Die Bundestagswahl tritt in die heiße Phase. Die Forschungsgruppe Wahlen hat am Donnerstag, 23. September, ihre letzte Umfrage vor der Wahl am Sonntag veröffentlicht. Die Ergebnisse deuten auf ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen hin: Mit nun 23 Prozent liegt die CDU/CSU nur noch zwei Prozentpunkte hinter der SPD (25 Prozent). Eine Fortsetzung der Großen Koalition wäre damit rein rechnerisch möglich.

Die Grünen können wohl 16,5 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Zusammen mit den Linken (6 Prozent) wäre damit auch Linksbündnis zwischen SPD, Grünen und Linken möglich.  Mit 11 Prozent könnte zudem die FDP eine große Rolle in der künftigen Bundesregierung spielen: Zusammen mit den Liberalen wäre laut letzter Umfrage eine Deutschland-Koalition (mit SPD und der Union), eine Ampel (mit SPD und Grünen) und eine Jamaika-Koalition denkbar (mit Union und Grünen). Die AfD kommt auf 10 Prozent der Stimmen, die Sonstigen versammeln 8,5 Prozent der Stimmen auf sich. 

Update vom 22. September, 12.00 Uhr: Die Union holt weiter auf

Wenige Tage vor der Bundestagswahl holt die Union mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet weiter auf. Im Vergleich zu den letzten Umfrageergebnissen gewann die CDU/CSU einen weiteren Prozentpunkt dazu und liegt aktuell bei 22 Prozent. Nur noch drei Prozentpunkte trennen die Union noch von der SPD, die das Niveau von 25 Prozent hält. Auch bei den anderen Parteien gibt es keine Veränderungen. Die Grünen liegen derzeit bei 17 Prozent. Die AfD und FDP sind weiterhin gleich auf mit jeweils 11 Prozent.  Die Linke kommt in der aktuellen Umfrage von Forsa auf 6 Prozent und die restlichen Parteien erreichen zusammen 8 Prozent.

Update vom 15. September, 11.00 Uhr: Es geht wieder bergauf für die Union

Nachdem die CDU/CSU zuletzt einen historischen Tiefstand erreicht hatte, geht es für die Partei wieder aufwärts. In der aktuellen Forsa-Umfrage liegt die Union bei 21 Prozent. Die SPD bleibt mit 25 Prozent weiterhin an der Spitze. Die Grünen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock haben sich den Punkt, den sie bei der letzten Umfrage verloren haben, wieder zurückgeholt und liegen wieder bei 17 Prozent. Im Vergleich zu letzter Woche hat die FDP zwei Prozentpunkte verloren und ist mit 11 Prozent gleich auf mit der AfD. Die Linke fällt auf 6 Prozent (minus 1) und die restlichen Parteien erreichen zusammen 9 Prozent.

Update vom 5. September, 08.00 Uhr: Union bei Umfragen auf "historischem Tiefstand"

Drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz in einer Insa-Umfrage ihren Vorsprung vor der Union ausgebaut. Die Sozialdemokraten gewinnen im "Sonntagstrend" für die "Bild am Sonntag" gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu und liegen nun bei 25 Prozent. CDU und CSU mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet kommen gemeinsam auf 20 Prozent, ein Punkt weniger als vor einer Woche - und laut der Zeitung ein historischer Tiefstand.

Auf dem dritten Platz büßen die Grünen von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock einen Punkt ein und liegen nun bei 16 Prozent - gefolgt von der FDP, die unverändert auf 13 Prozent kommt. Jeweils einen Punkt zulegen können laut den Meinungsforschern des Instituts Insa die AfD mit 12 Prozent und die Linke mit 7 Prozent. Die sonstigen Parteien kommen gemeinsam auf 7 Prozent (minus 1).

Auch mehrere Umfragen anderer Meinungsforschungsinstitute hatten die SPD zuletzt im Aufwind gesehen - und teils deutlich vor CDU/CSU. So sieht das am Freitag veröffentlichte ZDF-"Politbarometer" der Forschungsgruppe Wahlen die Sozialdemokraten ebenfalls bei 25 Prozent, die Union liegt dort bei 22 Prozent.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Bei der Einschätzung verschiedener theoretischer Koalitionsoptionen gibt es große Unterschiede. Eine Koalition aus SPD, Union und FDP bewerten der Umfrage zufolge 39 Prozent als gut für Deutschland, 44 Prozent als schlecht. Eine weitere große Koalition wäre aus Sicht von 35 Prozent gut, für 48 Prozent dagegen schlecht. Von einem sogenannten Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP sagen 29 Prozent, dass sie gut für das Land wäre - 53 Prozent halten sie für schlecht. Rot-Grün-Rot fänden 27 Prozent gut, 55 Prozent schlecht. Am schlechtesten wird eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP beurteilt: 23 Prozent bewerten diese Variante als gut, 58 Prozent als schlecht.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt angesichts der Umfrage-Pleite der Union vor einem Linksrutsch. Die Lage sei "in der Tat sehr ernst".

Update vom 30. August, 12.30 Uhr: Auswirkungen des ersten TV-Schlagabtausch

Der Negativtrend der Unionsparteien scheint unvermittelt weiterzugehen. Laut neuesten Umfragen vom Samstag, 28.8.2021 (INSA) liegt die CDU/CSU nur noch bei 21 Prozent - und damit ganze drei Prozentpunkte hinter der SPD. Die Grünen liegen derweil bei 17 Prozent.

Dass sich die Lage nach dem TV-Triell am Sonntag aus Sicht der Unionsparteien zum Positiven gewandelt haben könnte, ist unwahrscheinlich: Laut einer Blitzumfrage im Anschluss an die Sendung gaben rund 36 Prozent der rund 2500 Befragten an, Scholz habe das Triell gewonnen. 30 Prozent sahen Baerbock vorn, nur 25 Prozent Laschet.

Auch auf die Frage, wer am sympathischsten rübergekommen sei, lag Scholz mit 38 Prozent an der Spitze, gefolgt von Baerbock (37 Prozent) und Laschet (25 Prozent).

Update vom 23. August, 13.00 Uhr: Union sinkt in Umfrage weiter

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Markus Söder vor den "dramatischen" Umfragewerten der Union gewarnt - mittlerweile liegen SPD und CDU/CSU bei aktuellen Umfragen gleichauf.  Mit einer Kampfansage an SPD und Grüne und der Warnung vor einem Linksruck in Deutschland sind CDU und CSU in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs gestartet. "Es ist nicht egal, wie diese Wahl ausgeht", sagte Unionskanzlerkandidat Armin Laschet am Samstag in Berlin vor dem Hintergrund schlechter Umfragewerte für die Union. Er werde mit allen seinen Möglichkeiten dafür kämpfen, "dass dieses Land nicht von Ideologen übernommen wird".

Im wöchentlichen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa für "Bild am Sonntag" sackte die Union um drei Prozentpunkte auf 22 Prozent ab. Die Sozialdemokraten mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz kletterten um zwei Punkte auf ebenfalls 22 Prozent. Damit liegen Union und SPD erstmals seit April 2017 in der Wählergunst wieder gleichauf. Die Grünen kamen auf 17 Prozent (minus 1), die FDP auf 13 (plus 1) und die AfD auf 12 (plus 1). Die Linke lag unverändert bei 7 Prozent. Wahlumfragen sind allerdings generell unsicher und geben nur die Stimmung zum Befragungszeitpunkt wider.

Laschet nannte die 22 Prozent am Sonntagabend bei "Bild" einen "Weckruf". Er ging davon aus, dass die Union bei der Wahl noch eine Mehrheit erringen werde. "Wir kämpfen dafür, möglichst nah an die 30 Prozent heran zu kommen", sagte er und ergänzte auf eine Nachfrage: "30 sind auch drinnen."

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