• Atombombenlager in Büchel mit amerikanischen Bomben
  • Das wären die Folgen einer Explosion
  • Experten rechnen mit hunderttausenden Toten

Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wächst die Angst vor einem Atomkrieg stetig – auch in Deutschland. Russische Politiker und vor allem auch Wladimir Putin sprechen einen Atomschlag immer wieder an, weshalb sich mittlerweile viele Menschen fragen, was die Folgen des Einschlags einer Atombombe in Deutschland wären. Vor allem Rheinland-Pfalz mit seinem Atombombenlager in Büchel könnte, bei einem solchen Szenario, eines der Ziele sein. 

Amerikanisches Atombombenlager in Deutschland: Gefahr für Büchel?

Auf dem Fliegerhorst in Büchel lagern nach Angaben von Greenpeace etwa 20 Atombomben. Jedoch sind diese kein Eigentum Deutschlands – es sind US-amerikanische Bomben, die auf deutschem Boden stationiert sind und im Rahmen der nuklearen Teilhabe im Kriegsfall von deutschen Piloten ins Ziel geflogen werden, wie der wissenschaftliche Dienst des Bundestags erklärt.

Allerdings wisse ein großer Teil der Menschen in Deutschland nichts von diesem Atombombenlager. Auch, dass sich Deutschland damit unter anderem selbst zur Zielscheibe für mögliche Angriffe mache, sei den Wenigsten bewusst. Die Atommächte, Russland und die USA, hätten ein ganzes Arsenal von Atomwaffen auf ihrer Seite - Zahlen aus dem Jahr 2019 zufolge immer noch rund 13.900 davonDiese könnten sie als Bombe aus einem Flugzeug, in Form einer Rakete oder eines Marschflugkörpers abfeuern. Der Einsatz erfolgt dann entweder von Raketenbasen an Land, Schiffen, U-Booten oder fahrbaren Waffensystemen aus. 

Welche Zerstörungswucht und Gefahr von einer Atombombe ausgeht, ist abhängig von ihrer Größe und der Art des Einsatzes. Am weitesten kann sich die Druckwelle ausbreiten, wenn die Bombe in der Luft explodiert. Dann ist auch ihre Zerstörungskraft am größten. Daher wird die Explosionsenergie von Atombomben umgerechnet in Äquivalente des Sprengstoffs TNT. Das erklären wir dir genauer in diesem Artikel. Außerdem erfährst du, welche Auswirkungen die Explosion einer Atombombe generell haben kann.

Atombombe auf Büchel: Was wären die Folgen?

In einer Studie aus dem Jahr 2020 hat die Umweltorganisation Greenpeace errechnen lassen, was passieren würde, wenn Deutschland das Ziel eines atomaren Angriffs werden würde. Als Beispiele wurden etwa Berlin und Frankfurt genommen, um eine Abschätzung über die Folgen zu liefern. Diese sind nur sehr ungefähr, bieten aber eine grobe Einschätzung zur Größenordnung der Auswirkungen eines solchen Vorfalls. 

Doch auch Büchel, mit seinem Lager für amerikanische Atomwaffen, könnte ein Ziel sein. Würde also eine 170-Kilotonnen-Atombombe einschlagen, würde in einem Radius des Feuerballs von 620 Metern alles verdampfen. In diesem Bereich wohnen etwa 250 Menschen. Der Radius der schweren Explosionsschäden würde 1,21 Kilometer betragen.  Bei einem derartigen Überdruck würden Betongebäude schwer beschädigt oder zerstört werden und die Zahl der Todesopfer nähert sich 100 Prozent. In diesem Bereich würde dies etwa 940 Menschen betreffen.

In weiterer Entfernung zum Explosionsort bis etwa 2 Kilometern würden Menschen im Freien eine tödliche Strahlendosis abbekommen, auch Druckwelle und Hitze wären hier für viele Todesfälle verantwortlich. Die Schätzungen gehen von rund 2500 Toten aus. Insgesamt geht die Modellrechnung für den beschriebenen Fall von rund 2320 Toten und 4070 Verletzten aus, in direkter Folge der Explosion.

Welche Folgen hätte der Fallout für die Region? 

Eine weitere Gefahr besteht durch radioaktiven Niederschlag. Das Greenpeace-Szenario geht hier von einer möglichen Windrichtung Süd mittlerer Geschwindigkeit (19 km/h) aus. Durch den sogenannten Fallout rechnen die Experten von Greenpeace mit rund 107.000 Toten. So könnte der Fallout bis weit nach Nordrhein-Westfalen reichen und dabei auch Städte wie Köln und Bonn treffen. Den Berechnungen zufolge leben etwa 1,9 Millionen Menschen in dem betroffenen Gebiet (3850 km²), das sich über etwa 216 Kilometer erstrecken könnte.

Das würde den Angaben zufolge bedeuten, dass "ca. 1000 bis 10.000 Menschen schwer oder tödlich an Krebs erkranken" und "38 bis 380 Menschen Nachkommen mit Erbschäden" bekommen könnten. Aufgrund akuter Strahlung würde jedoch aller Voraussicht nach niemand sterben. 

Insgesamt sprechen sie bei einem Einschlag einer 170 kt-Atombombe in Büchel von 130.000 unmittelbaren Todesfällen aus den Wirkungen durch Druck- und Hitzewelle sowie Sofortstrahlung. Später kämen weitere rund 80.000 durch Krebserkrankungen hinzu.