• Die Gesundheitsminister*innen haben zur aktuellen Situation beraten
  • Drei Punkte kamen dabei heraus: Booster-Impfungen für alle, verpflichtende Testkonzepte für Pflegeeinrichtungen und 3G/2G als wichtige Maßnahmen für betroffene Regionen
  • Spahn sprach von "harten Wochen, die vor uns liegen"

Angesichts der verschärften Corona-Lage in vielen Regionen Deutschlands wollen Bund und Länder Auffrischimpfungen für alle Geimpften nach sechs Monaten ermöglichen. Dafür sähen die Bundesländer unter anderem Impfbusse und Impfzentren vor, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem Treffen der Fachminister von Bund und Ländern am Freitag in Lindau. Auch die niedergelassenen Ärzte würden sich für die Auffrischimpfungen engagieren. «Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden -  nicht die Ausnahme.» Insbesondere gelte dies für Ältere und das Personal von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

"Boostern soll zur Regel werden" - Pressekonferenz nach Gesundheitsminister-Konferenz

Die Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Länder hat eine Ausweitung der Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen beschlossen. Man wolle eine «Sicherheitsschleuse» in den Heimen hinterlegen und dazu ein Bundesgesetz anschieben, sagte der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag nach Ende der Tagung der Ressortchefs in Lindau am Bodensee (Bayern). Demnach sollen etwa geimpfte oder genesene Besucher von Heimen zusätzlich zu Tests verpflichtet werden, die aber kostenlos sein sollen.

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Holetschek bezeichnete die Infektionslage in Deutschland als «teilweise dramatisch, besorgniserregend und alles andere als entwarnend». Die Lage sei ernst und werde zunehmend ernster. «Es ist wichtig, die Dynamik, die jetzt da ist, zu brechen», sagte Holetschek.

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit immer mehr Intensivpatientinnen und -patienten in den kommenden Wochen. Etwa 0,8 Prozent der Neuinfizierten würden auf den Intensivstationen behandlungsbedürftig, sagte Spahn am Freitag nach einem Treffen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in Lindau. In der Regel trete dies nach 10 bis 14 Tagen ein. «Wenn wir heute knapp 40 000 Neuinfizierte haben, dann werden in einigen Tagen von ihnen 350 bis 400 dann neu aufgenommen werden auf den Intensivstationen», so Spahn. «Das zeigt eben, dass es noch einige Wochen sind, die so oder so sehr, sehr schwierige sind.» Es gebe bereits erste Regionen in Deutschland, aus denen Covid-19-Patienten wegen voller Intensivstationen verlegt werden müssten.

 

Vorschaubild: © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild