Die SPD hat strengere Regeln für Tempokontrollen auf Schleswig-Holsteins Straßen gefordert. "Geschwindigkeitsmessungen erfolgen häufig, wo diese aus Sicht der Autofahrer eher der zusätzlichen Geldeinnahme als der Verkehrssicherheit dienen", sagte der SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel der Deutschen Presse-Agentur. "Blitzen dort, wo es für die Verkehrssicherheit Sinn macht und nicht auf offener Strecke."

Vogel forderte verstärkte Tempokontrollen in 30er-Zonen statt in Bereichen mit Tempo 70. "Das ist in der Realität anders zu beobachten." Radarfallen sollten primär dort aufgestellt werden, wo die Gefährdung für andere belegbar zu hoch sei. "Dieses trifft insbesondere vor Schulen, Kitas, Spielplätzen und Seniorenheimen zu, wo insbesondere jüngere oder ältere Menschen Geschwindigkeiten falsch einschätzen."

Mehr Blitzer für mehr Sicherheit

Nach dem Willen der oppositionellen SPD sollte die Landesregierung die Verkehrsüberwachung aber weiter ausbauen. "Denn täglich sterben Menschen wegen zu hoher Geschwindigkeit auf unseren Straßen", sagte Vogel. Aus Personalmangel sollten bei der Verkehrsüberwachung Rangfolgen festgelegt werden, wo primär oder nachrangig geblitzt werden soll. Nach Ansicht des Landtagsabgeordneten sollte das Innenministerium dies per Erlass regeln.

"Stationäre Blitzer wie auf der Bundesstraße 5 bei Hemme, wo auf gerader Strecke 100 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, oder Blitzeranhänger am Bordesholmer Dreieck sollten kritisch hinterfragt werden", sagte Vogel. Diese stünden nicht an Unfallschwerpunkten, sondern an Positionen, die besonders viele Einnahmen versprächen. Anderenfalls hätte dort bereits das Höchsttempo gesenkt werden müssen. "Auf freier Strecke platzierte Geschwindigkeitsmessanlagen erlangen damit begründet den Ruf, dass sie primär der Geldeinnahme dienen."

Zahlreiche Verkehrssünder: Bayern investiert in Kontrollen

Nach der schlechten Bilanz des Blitzmarathons 2021 hatte Bayerns Innenminister Joachim Hermann (CSU) direkt angekündigt, die Geschwindigkeitskontrollen in Bayern weiter zu verstärken. Allein in den vergangenen beiden Jahren seien 3,4 Millionen Euro in hochmoderne Kontrollgeräte investiert worden, zum Beispiel spezielle Lasermesspistolen und hochpräzise digitale Messgeräte.

Bei dem 24-Stündigen Blitzer-Einsatz im April diesen Jahres wurden bayernweit 7036 Temposünder aus dem Verkehr gezogen. "Dass trotz tagelanger Vorankündigung und pandemiebedingt weniger Verkehr so viele zu schnell unterwegs waren, ist höchst bedenklich", erklärte Herrmann. "Vielen Verkehrsteilnehmern ist immer noch nicht bewusst, wie gefährlich zu schnelles Fahren sein kann. Raser spielen nicht nur mit dem eigenen Leben, sondern auch mit dem Leben anderer."