«Wir haben viele Spezialisten. Aber gegen die Massen, die aus dem Internet auf uns zukommen, ist man letztlich machtlos», sagte Ziercke weiter.

Die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic kritisierte diese Aussage scharf: «Herr Ziercke hätte 2011 Alarm schlagen müssen», sagte die frühere Polizistin der dpa. Das Material über Kunden eines kanadischen Online-Lieferanten hätte zeitnah bearbeitet werden müssen. «Zwei Jahre ist nicht zeitnah.»

Ziercke hingegen sagte, im November 2011, als die Festplatte aus Kanada kam, die schließlich auf Edathy hinwies, «hatten wir ein anderes Verfahren harter Kinderpornografie mit 1100 Beschuldigten zu ermitteln». Im Zuge der Kanada-Ermittlungen habe es weitere 800 Beschuldigte gegeben, mit 500 Stunden Videoaufnahmen und 70 000 Fotos. Da müsse man entscheiden: «Bearbeitet man das eine oder das andere. Wir mussten zunächst das Verfahren bearbeiten in Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft, das wir zunächst begonnen hatten.»