• Studie: Welcher Booster-Wirkstoff schützt am besten?
  • 2878 Teilnehmer zwischen circa 30 und 70 Jahren
  • Moderna nach Astrazeneca besitzt höchste Reaktogenität - was bedeutet das?
  • Eine Impfstoff-Kombination schützt besonders gut vor der Omikron-Variante
  • Wie sieht es mit anderen Impfstoff-Kombinationen aus?

Derzeit lassen sich viele Menschen boostern, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Corona-Pandemie scheint noch immer kein Ende zu nehmen - die Omikron-Welle rollt. Viele Menschen infizieren sich in diesen Tagen - obwohl sie geimpft sind. Es stellt sich die Frage: Welcher Impfstoff ist am sichersten, welche Kombination wirkt am besten, gibt es einen Booster-Wirkstoff, der empfohlen wird? Britische Forscher*innen haben nun in einer breit angelegten Studie ermittelt, welcher Booster-Wirkstoff in Kombination mit vorhergegangenen Wirkstoffen wie wirkt und schützt und ihre Ergebnisse im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht. Das Ergebnis: Alle Booster schützen - allerdings unterschiedlich stark.

Corona-Studie: Welcher Booster-Wirkstoff ist der beste?

In einer aufwendigen Phase-2-Studie haben Forscher*innen um Victoria Cornelius und Saul Faust von der Universität Southampton sieben verschiedene Corona-Impfstoffe jeweils in vollen oder halben Dosen an Versuchspersonen getestet, die bereits entweder doppelt mit Astrazeneca oder Biontech/Pfizer geimpft worden waren. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Insgesamt haben 2878 Menschen im Alter von 30 bis etwas über 70 Jahren an der Studie teilgenommen. Nach zehn bis zwölf Wochen nach ihrer zweiten Impfung erhielten sie eine Booster-Impfung. Eingesetzt wurden hier:

  • Astrazeneca
  • Biontech/Pfizer
  • Johnson & Johnson
  • Moderna
  • Novavax
  • Valneva
  • CureVac

Den Teilnehmenden wurde anschließend Blut genommen und dieses im Labor auf Immunantworten untersucht. Einige Teilnehmenden haben auch ein Placebo erhalten. 

Studienergebnisse: Moderna nach Astrazeneca zeigt stärkste Reaktogenität

Die Blutuntersuchungen haben ergeben, dass durch alle Booster-Impfungen eine nachweisbar gesteigerte Immunantwort festzustellen war. Lediglich der Impfstoff von Valneva zeigte in allen Gruppen eine schwache Wirkung. Es stellte sich auch heraus, dass nach etwa 28 Tagen nach der Booster-Impfung alle Teilnehmenden, egal welchen Alters, einen vollständigen Schutz aufweisen konnten. 

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Weiter heißt es, dass in den Gruppen, die vor der Booster-Impfung zweimal mit Astrazeneca geimpft worden waren, die Immunwerte am stärksten gesteigert werden konnten, wenn sie als Booster-Impfung den Wirkstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna injiziert bekamen. Wer mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer grundimmunisiert war, zeigte ebenfalls bei einer Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer oder Moderna eine starke Immunantwort. Novavax zeigte eine ähnliche Wirkung wie die Wirkstoffe Astrazeneca und der von Johnson & Johnson. Für viele soll Novavax eine Alternative zu den bisherigen Impfstoffen darstellen. In zwei klinischen Studien wurde ermittelt, wie der Proteinimpfstoff wirkt.

Zu den Impfreaktionen der Teilnehmenden schreiben die Forscher*innen, dass vor allem jüngere Personen mit Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen zu kämpfen hatten. Überwiegend kam es zu Schmerzen an der Einstichstelle. Am heftigsten fielen Impfreaktionen aus, wenn vor der Booster-Impfung mit Moderna eine Grundimmunisierung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorlag oder Personen mit Biontech/Pfizer erst- und zweitgeimpft wurden und als Booster-Impfung die Wirkstoffe von Johnson & Johnson oder Astrazeneca erhielten.

Weitere Studie: Wie wirken Booster-Impfungen gegen Virusvarianten - und Omikron?

Corona-Varianten besorgen Wissenschaftler*innen und Mediziner*innen immer wieder. Um auch hier Forschungsergebnisse hinsichtlich Booster-Impfungen liefern zu können, untersuchte das britische Forscherteam auch, wie die Wirkstoffe gegen Virusvarianten schützen. Auch hier zeigten alle Booster-Impfungen ihre Wirkung, wobei die Neutralisationsfähigkeit von Antikörpern gegenüber der Delta-Variante geringer ausfiel. Gegen die Omikron-Variante soll eine Booster-Impfung mit Moderna die effektivste Wirkung zeigen. 

Das hat jetzt auch die britische Behörde für Gesundheitssicherheit bestätigt. Im neuesten Impf-Report werden Schätzungen zur Impfeffektivität der mRNA-Vakzine als Booster-Impfungen veröffentlicht, die die Behörde anhand von Daten aus 147.597 Delta- und 68.489 Omikron-Fällen erstellt hat. Demnach ist nach zwei Dosen Biontech eine Kreuzimpfung mit Moderna der beste Schutz gegen Omikron. Bereits eine Woche nach der Booster-Impfung mit Moderna steigt der Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung mit Omikron auf ungefähr 70 Prozent und bleibt für mindestens drei Monate auf dem Niveau.

Ganz ähnlich sieht es bei einer Erst- und Zweit-Impfung mit AstraZeneca aus: Hier lässt der Impfschutz gegenüber der Omikron-Variante bereits innerhalb von wenigen Wochen stark nach und ist laut der Untersuchung nach ungefähr fünf Monaten kaum noch vorhanden. Wer nun mit Moderna boostert, kann den Schutz innerhalb einer Woche wieder auf 60 Prozent anheben, bereits nach drei Monaten fällt dieser aber wieder auf rund 40 Prozent. Bei einer Booster-Impfung mit Biontech liegt der Schutz nach zehn Wochen sogar nur noch bei 35 Prozent.

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