Bernau am Chiemsee
Unfallflucht

72-Jähriger braust auf A8 durch Rettungsgasse und rammt mehrere Autos

Ein ungeduldiger 72-jähriger Mann schlängelte sich nach einem Unfall auf der A8 durch die Rettungsgasse. Als wäre das noch nicht schlimm genug, rammte er dabei auch noch mehrere Autos.
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Die Abkürzung hat sich nicht gelohnt: Nachdem ein 72-Jährige durch die Rettungsgasse gefahren war und zwei Autos gerammt hatte, winkte ihn die Polizei schließlich aus dem Verkehr. Symbolfoto:pixabay/RettungsgasseJetztde
Die Abkürzung hat sich nicht gelohnt: Nachdem ein 72-Jährige durch die Rettungsgasse gefahren war und zwei Autos gerammt hatte, winkte ihn die Polizei schließlich aus dem Verkehr. Symbolfoto:pixabay/RettungsgasseJetztde

Im Stau steht niemand gerne. Einige Autofahrer nutzen dann die Rettungsgasse für eigene Zwecke: Sie wollen schneller durch den Stau kommen. Das hatte auch 72-jähriger Autofahrer vor, fuhr dabei jedoch zwei weitere Autos an und flüchtete, wie die Passauer Neue Presse berichtete. Aber nicht nur dieser Fall zeigt wie gleichgültig sich manche Autofahrer verhalten: Nach einem Unfall auf der A5 mit einem schwer verletzten Mann wurden die Einsatzkräfte blockiert, da die Rettungsgasse wieder einmal nicht offen war.

Am Samstagnachmittag, dem 11. Mai, kam es auf der A8 Bernau im Landkreis Rosenheim zu einem Stau. Grund dafür war, dass ein Auto auf regennasser Fahrbahn gegen Betonwand und Leitplanke geschleudert und total beschädigt auf dem rechten Fahrstreifen liegen geblieben war. Ein Mercedesfahrer hatte wohl einfach keine Lust im Stau zustehen und nutzte die Rettungsgasse als Fahrbahn.

Autofahrer unterschätzte Breite seines Autos

Was er dabei nicht berücksichtigte: Die Breite seines Autos. Auf seinem Weg durch die "Abkürzung" rammte er ein Auto und einen Lkw. Ein 32-jähriger Autofahrer teilte der Polizei per Notruf mit, dass sein Auto soeben von einem Mercedes angefahren wurde und der Fahrer einfach flüchtete. Da sich der Geschädigte das Kennzeichen des Autos gemerkt hatte, konnte die Polizei den Fahrzeughalter schnell ausmachen: Einen 72-Jährigen. Daraufhin positionierte sich Polizisten der Verkehrspolizei Traunstein auf Höhe der Rastanlage Hochfelln und warteten dort auf den Unfallflüchtigen.

Der fuhr zwischenzeitlich jedoch noch gegen einen Lkw. Da er sich dabei seinen rechten Außenspiegel abgefahren hatte, hielt er an und begann mit dem Fahrer zu diskutieren, wie die Polizei berichtete. Der geschädigte 32-jährige Autofahrer war dem flüchtigen 72-Jährigen hinterhergefahren und stoppte hinter diesen. Die 24-jährige Beifahrerin des BMWs konfrontierte den Senior mit dem entstandenen Schaden und forderte ihn auf, seine Personalien und seiner Versicherungsdaten preiszugeben. Der Mann zeigte sich jedoch uneinsichtig, stieg in sein Auto ein und brauste davon.

Polizei kassiert Führerschein

Kurze Zeit später wurde der Mann von der wartenden Verkehrspolizei bei der Rastanlage aus dem Verkehr gezogen werden. Dieser war sich jedoch keiner Schuld bewusst, aber aufgrund der vielen Zeugen konnte der Tathergang aufgeklärt werden.

"Letzten Endes sehr zum eigenen Nachteil, denn nun dürften die durch ihn begangene Ordnungswidrigkeit des rechtswidrigen Benutzens einer Rettungsgasse und die Regulierung des entstandenen Schadens noch seine kleineren Probleme sein", teilt die Verkehrspolizei mit.

Noch an Ort und Stelle wurde der Führerschein des Unfallflüchtigen beschlagnahmt. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort .