Der russische Krieg gegen die Ukraine hat auch Auswirkungen auf alle anderen Länder Europas. Das bekommen wir derzeit besonders deutlich an den Tankstellen zu spüren. Über zwei Euro kostet der Liter Benzin. Die Preise für Diesel sind sogar höher als der Liter-Preis für Super E10 - und es ist kein Ende des Anstiegs in Sicht.

Während Experten zuletzt noch eine Preisexplosion von bis zu 2,50 Euro pro Liter vorausgesagt haben, ist mittlerweile bereits von 3 Euro die Rede. 

Möglicher Importstopp von Öl aus Russland treibt die Preise in die Höhe

Dass Diesel derzeit teurer als Super E10 ist, liegt nach Einschätzung des ADAC an der im Moment sehr hohen Nachfrage nach Heizöl. Entspannung an der Zapfsäule ist leider nicht in Sicht: Ein möglicher Importstopp für Öl aus Russland hat die Ölpreise Anfang der Woche auf einen neuen Höchststand seit 2008 getrieben.

Der US-Außenminister Antony Blinken hatte zuvor wegen der anhaltenden Eskalation des Ukraine-Kriegs weitere Sanktionen gegen Russland zur Diskussion gestellt: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Öl-Importstopp.

Für die Preise an den Tankstellen würde das bedeuten: der massive Anstieg geht weiter nach oben. Der Ölpreis würde laut Experten extrem in die Höhe schnellen.

Rohstoff-Expertin im RTL-Interview: Im Extremfall bis zu 3 Euro pro Liter Sprit

"Es kann im Extremfall sein, dass wir bis zu 3 Euro pro Liter Sprit zahlen müssen", sagte Gabriele Widmann, Rohstoffexpertin der Dekabank, im Interview mit RTL. Der Ölpreis werde sich zwar nach einiger Zeit wieder beruhigen, aber trotz allem höher bleiben, als wir es gewohnt sind. "Wir werden dauerhaft höhere Energiepreise haben, weil die günstige Energie aus Russland jetzt Vergangenheit ist. Wir werden nicht mehr so eng mit Russland zusammenarbeiten – egal, wie sich der Konflikt auflöst." Autofahrer*innen müssen sich laut der Expertin an Diesel- und Benzinpreise von mehr als 2 Euro pro Liter gewöhnen.

Russland ist für Deutschland und andere EU-Länder der mit Abstand wichtigste Öl-Lieferant. Ein Importstopp geht deshalb für uns mit extremen Preisen einher. Es gebe laut Experten zwar Alternativen, die seien aber nicht direkt verfügbar - und außerdem teurer. "Es gibt viel Rohöl auf der Welt: im Iran, in Saudi-Arabien, in Venezuela. Die produzieren zurzeit viel weniger, als sie könnten. Aber dieses Öl muss erst einmal zu uns kommen. Außerdem sind die Transportkosten höher", erklärt Widmann. "Wir können auf Dauer locker mit einem Drittel höheren Kosten rechnen."

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