Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hat mit einem Spruch über eine Freiwillige Feuerwehr für mächtig Ärger gesorgt. Im Rahmen einer Pressekonferenz hatte sich Nagelsmann zum Liga-Spiel gegen den BVB zur Motivation seiner Spieler geäußert.

"Das ist ja auch unser Beruf. Wir sind ja nicht ehrenamtlich unterwegs. Wir können uns nicht entscheiden. Wir sind nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr Südgiesing, sondern beim FC Bayern München. Und da geht’s drum, dass man in jedem Spiel versucht, eine ordentliche Leistung abzuliefern", so Nagelsmanns Aussage laut Bild-Zeitung. 

Update vom 26.04.2022, 12.30 Uhr: Bayern-Coach Nagelsmann besucht Feuerwache

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hat nach seinen Feuerwehr-Aussagen die Feuerwache 4 in München besucht. "Meine Aussage zur Freiwilligen Feuerwehr war unglücklich formuliert. Ich wollte nie die Freiwillige Feuerwehr oder ehrenamtliche Helfer diskreditieren", schrieb der Coach des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Montag in den sozialen Netzwerken.

Fotos zeigten ihn im angeregten Gespräch in der Feuerwache. "Sozial engagierte Menschen sind Vorbilder und für eine funktionierende Gesellschaft elementar", erklärte Nagelsmann weiter.

Der 34-Jährige hatte am Donnerstag während der Pressekonferenz zum Topspiel gegen Borussia Dortmund gesagt: "Wir sind nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr Südgiesing, sondern beim FC Bayern München." Nagelsmann hatte über den Antrieb seiner Mannschaft gesprochen.

Er habe damit ausdrücken wollen, erläuterte der Trainer dann am Samstag im TV-Sender Sky kurz vor dem Bundesliga-Spiel, dass seine Spieler angestellt seien - und in dem Sinne nicht freiwillig spielen. "Mir ging es einzig und allein um das Wort "freiwillig"", sagte Nagelsmann. "Ich bin der Letzte, der ein Ehrenamt oder die Feuerwehr diskreditiert. Ich entschuldige mich bei allen, die es in den falschen Hals bekommen haben." Arbeit und Motivation der Freiwilligen Feuerwehr sei "mehr als ehrenwert, das brauchen wir im Land", sagte Nagelsmann weiter.

Vorherige Berichterstattung: "Engagement unserer Retter diskreditiert": Nagelsmann reagiert auf Feuerwehr-Kritik

"Wir sind bestürzt über die Äußerung, weil sie das Engagement unser Retter diskreditiert. Wir laden Herrn Nagelsmann gerne ein, sich mal eine Wache der Freiwilligen Feuerwehr in Bayern anzuschauen, um mögliche Missverständnisse auszuräumen", zitiert die Bild-Zeitung Johann Eitzenberger, den Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Bayern.

Jetzt habe Nagelsmann bei Sky um Verzeihung gebeten, so Bild. "Grundsätzlich habe ich es nicht ganz verstanden, weil ich bei der Nachfrage zur Motivationslage meiner Mannschaft nicht die Feuerwehr oder die Arbeit der Feuerwehr diskreditieren wollte", so der Bayern-Trainer. 

Ihm ging es demnach "einzig und allein um das Wort ,freiwillig‘. Dass es bei uns keine freiwillige Entscheidung ist. Deswegen habe ich freiwillige Feuerwehr gesagt", so Nagelsmann. "Ich bin der letzte, der irgendein Ehrenamt oder die Feuerwehr diskreditiert. Ich hatte vorher gehofft, dass man mir das nicht zutraut. Anscheinend schon. Ich entschuldige mich bei allen, die das in den falschen Hals gekriegt haben.“

Bei Feuerwehren in Franken sorgte die Äußerung ebenfalls für Verärgerung. "Unterste Schublade": Ein Kommandant aus dem Landkreis Bamberg erklärt, was ihn daran besonders stört.