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Franken
Notbetreuung

Bayern: Lehrer sollen für die Notbetreuung in den Pfingstferien eingesetzt werden

Lehrkräfte sollen nun die Notbetreuung der Kinder in den Pfingstferien übernehmen. Doch auch sie kommen bereits jetzt an ihre Grenzen. Die Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft spricht sich klar gegen eine Notbetreuung durch Lehrer aus.
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Lehrerin
Die Lehrkräfte sind momentan bereits an ihrer Belastungsgrenze. Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

In einem Schreiben an Schulleitungen wurde nun bekannt gegeben: der bayerische Ministerrat hat eine Ausweitung der Notbetreuung für die ersten bis einschließlich sechsten Klassen in den Pfingstferien beschlossen.

Deshalb soll nun in Grundschulen, Mittelschulen und Förderzentren eine Notbetreuung von 8.00 bis 16.00 statt finden, die die Lehrer übernehmen müssen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, keine Lehrkräfte für Ferienbetreuung einzusetzen - weder in den Pfingstferien noch in den Sommerferien.

Laut GEW ist eine Ferien-Notbetreuung nun nicht mehr nötig

Viele Eltern und Erziehungsberechtigte arbeiten in systemrelevanten Berufen oder haben durch die Corona-Pandemie bereits ihren Urlaub für dieses Jahr nehmen müssen. Sie sind weiterhin auf eine Notbetreuung für ihre Kinder angewiesen.

Die Betreuung in den Osterferien sei nachvollziehbar gewesen. Gerade Eltern in medizinischen Berufen sollten entlastet werden. Doch laut der GEW sei dies nun nicht mehr nötig, da die Infektionszahlen zurückgegangen sind. "Eine Ferienbetreuung für Kinder berufstätiger Eltern, die während der Schulferien keinen Urlaub mehr nehmen können, wird jetzt klammheimlich in das Aufgabenfeld staatlicher Lehrkräfte integriert", sagt Johannes Schiller, Sprecher der GEW-Landesfachgruppe sonderpädagogische Berufe, dazu.

Auch Ruth Brenner, Sprecherin der GEW-Landesfachgruppe Grund- und Mittelschulen spricht sich gegen eine Ferienbetreuung durch Lehrer aus: "Es reicht! Die Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer ist schon völlig entgrenzt und nun werden die Kolleg*innen auch noch dazu verdonnert, die "Ferienbetreuung" in den Pfingstferien zu übernehmen."

Schon vor der Pandemie sei sowohl das Bildungs- als auch das Gesundheitssystem in einer "Krise" gewesen, heißt es in der Pressemitteilung der GEW. Doch das dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.