Wie peinlich Romantik sein kann, inszeniert RTL jedes Jahr eindrucksvoll bei "Bauer sucht Frau". Daran hält der Sender auch in der zehnten Staffel fest. Mit viel Slowmotion, einem Potpourri an lange nicht gehörter Schmalzmusik und eindeutig zweideutigen Aussagen schafft es RTL, jede Situation in eine Bloßstellung zu verwandeln.

Zehn Bauern haben sich dieser Herausforderung gestellt. Allein drei davon kommen diesmal aus Franken. "Reiner Zufall", heißt es aus der RTL-Pressestelle. Zufall hin oder her, die drei Franken werden ihren Rollen jedenfalls gerecht - mit derbstem Dialekt samt Untertitel.

Franken werden ihren Rollen gerecht

Da ist zum einen: Gunther aus Mittelfranken. Bei dem 29-jährigen Schweinebauern fragt sich der Zuschauer, warum er eigentlich bei dieser Sendung mitmacht. Gunther ist jung, sieht gut aus und legt als DJ auf. Dennoch: Nach seinen eigenen Angaben sucht er eine Frau, "die sich für meine Schweinchen interessiert". Ausgesucht aus den Zuschriften hatte er sich Steffi und Jenny. Beide jung, sportlich, adrett. Aber es kann auch für Gunther nur eine geben. Das Rennen macht nach einer schleppend zusammengeschnittenen Unterhaltung Jenny, die ein bisschen mehr nach dem Schweinehof gefragt hat. Cool wie Gunther ist, holt er die 22-Jährige nicht mit dem Trekker vom Bahnhof ab, sondern mit einem offenen Jeep. Und er verspricht, dass er sie hält - damit sie nicht rausfällt natürlich. Ohne Anspielungen kommt auch dieses Paar nicht aus.

Bauer sucht Frau 2014 ist diesmal sehr fränkisch

Ganz anders Rainer aus der Fränkischen Schweiz. Der 41-jährige Schafbauer lebt allein auf seinem Hof, seine letzte Beziehung liegt zwei Jahre zurück, RTL untertitelt alles, was er sagt. Bei den Vorbereitungen für das Hoffest ist er zu sehen, wie er mit freiem Oberkörper seinen Bizeps küsst. Kurz: Ihm ist anscheinend das Image des Problemfalls zugedacht. So wiederholt Moderatorin Inka Bause, als er seine beiden Auserwählten kennenlernt, was ihm bei den Frauen wichtig war: "Sie sollten einen Führerschein haben." Aber Rainer kann das erklären: "Des is a Kaff, wo ich wohn!" Als gelacht wird, legt er nach: "Na, des is wirklich a Kaff!" Schnell wird klar, Rainer ist unbeholfen, aber nicht schüchtern. Als er mit Heike allein ist, leeren sie eine Flasche Sekt. Und so nimmt er die Blondine, die schon einmal bei "Bauer sucht Frau" dabei war, mit in die Fränkische Schweiz. Über Heike erfährt der Zuschauer zudem, dass sie "nach eigenen Angaben Krankenschwester" ist. Aha.

Und dann wäre da noch Sebastian aus Oberfranken. Der 32-Jährige wird als der Zünftige dargestellt. In Lederhose holt er Ines und Tanja ab. Sebastian züchtet mit seinem Bruder unter anderem Strauße. Klar, was er den beiden Frauen, die er aus den Zuschriften ausgewählt hatte, schenkt: Große Eier natürlich, und dem Zuschauer steigt die Schamesröte ins Gesicht, schließlich sind als Teelichtlampen umfunktionierte Straußeneier gemeint. Er entscheidet sich für die 31-jährige Ines. Und ob er sie mit einem Strauß abholt oder klassisch mit dem Traktor, darauf muss der Zuschauer noch warten. Das wird es erst in den kommenden Folgen zu sehen geben.