• Handwerkerleistungen: längere Wartezeiten, höhere Preise
  • Materialknappheit und Preisexplosion als Ursachen
  • Bis zu 15 Wochen Wartezeit im Bau- oder Ausbaubereich

Im Handwerk müssen sich Kunden auf längere Wartezeiten und höhere Preise einstellen. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Nicht nur Holz ist derzeit knapp und teurer, sondern alles, was man braucht, um ein Haus zu bauen oder zu renovieren und vieles mehr. Auch elektronische Teile für unsere Elektroniker und Kabel und all das fehlt. Das macht unseren Betrieben in diesen Bereichen im Moment ganz schwer zu schaffen."

Handwerkspräsident warnt: drohende Krise wegen Lieferengpässen 

Wollseifer warnte vor einem Einbruch des privaten Wohnungsbaus. "Kunden müssen inzwischen wegen der Lieferengpässe noch länger auf einen Handwerker warten, auch wenn das natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich ist", sagte Wollseifer. "Unsere Betriebe tun da gerade ihr Bestes, damit sich das nicht oder nur in Maßen auf Kundenseite auswirkt. Im Gesamthandwerk liegt die durchschnittliche Auftragsreichweite derzeit bei 8,8 Wochen. Im Bau- und Ausbaubereich jedoch ist es so, dass man aktuell mit mindestens zehn und manchmal sogar bis zu 15 Wochen rechnen muss, bis ein Auftrag begonnen und abgearbeitet wird."

Vor allem der Bau- und Ausbaubereich drohe durch die Materialknappheit und Preisexplosion in eine Krise zu schlittern, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

"Erhebliche Engpässe sehen wir nach wie vor bei bestimmten Metallen und Kunststoffen, zudem melden die Betriebe uns, dass auch Vorprodukte wie Schrauben langsam knapp werden." Auch in den nächsten Monaten werde die Versorgung mit den für die Elektrohandwerke wichtigen Halbleiterprodukten weiter problematisch bleiben.

Preisexplosion bei Bauen: "Verdreifachung des Materialpreises bei einzelnen Gütern"

"Bauen wird teurer werden", sagte Wollseifer. Er könne keine genaue Größenordnung nennen. "Aber wir haben bei den verschiedenen Materialien in den letzten drei bis fünf Monaten Materialteuerungen von 20 bis 30 Prozent gehabt - bis hin zur Verdreifachung des Materialpreises bei einzelnen Gütern."