Die Lokführer streiken von Mittwochnachmittag 14 Uhr bis Donnerstagmorgen um 4 Uhr. Das gab die Gewerkschaft GDL am Dienstag bekannt.

Bereits ab Mittwochmorgen um 9 Uhr kann es schon zu Zugausfällen kommen. Bereits seit Mitternacht galt ein eingeschränkter Fahrplan im Fernverkehr – zahlreiche Züge fallen aus. Mit einem weiteren  Notfahrplan versuchte die Bahn, die Auswirkungen des Streiks zu mildern. „Ab Mittwochmorgen fahren nicht nur die Züge des Fernverkehrs nach einem Ersatzfahrplan, ab 9.00 Uhr gibt es auch im Regionalverkehr einen eingeschränkten Fahrplan“, sagte Bahn-Sprecher Matthias Franke. Ziel sei es, trotz des Streiks so viele Reisende wie möglich ans Ziel zu bringen. 

Welche Haltestellen betroffen sind, dazu gibt es Informationen auf der Seite der Deutschen Bahn unter bahn.de/ris. In Franken werden voraussichtlich die S-Bahnen um Nürnberg betroffen sein.

Telefonisch können sich Fahrgäste ab 8 Uhr kostenlos unter 08000 99 66 33 informieren.

Welche Verbindungen in den 14 Stunden des Streiks genau betroffen sein werden, ist indes noch offen: "Der Streik wird bundesweit über alle Verkehrsbereiche der Deutschen Bahn stattfinden", hieß im Vorfeld von der Gewerkschaft.

Lokführer der Bahn streiken erneut

Genaue Angaben wird es laut Bahn erst zum Beginn des Streiks um 14 Uhr geben. Der Streik dürfte zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen führen. Erfahrungsgemäß sind auch nach dem Ende des Streiks noch erhebliche Einschränkungen möglich.

Betroffen sind der Fern- und Regionalverkehr ebenso wie S-Bahnen und der Güterverkehr.Genauere Informationen wird es wieder auf der Seite bahn.de/aktuell geben.

Erst in der vergangenen Woche waren bei einem Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Tausende Züge ausgefallen oder verspätet.

Der Vorsitzende Claus Weselsky befeuerte den Tarifkonflikt am Dienstag mit scharfen Angriffen auf die Deutschen Bahn (DB). An die Mitglieder schrieb er: "Wir müssen gemeinsam erleben, wie das Management der DB in einer unglaublich perfiden Art Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um unsere berechtigten Forderungen zum Schutz vor Überlastung des Zugpersonals abzuschmettern."

Die Lokführer würden "als unbotmäßige, nimmersatte und den sozialen Frieden des Landes bedrohende Separatisten in die Ecke gestellt", beklagte Weselsky. "Damit werden wir in der Tarifrunde 2014 ein für alle Mal Schluss machen." Er fügte hinzu: "Der gezielte Versuch, euren Bundesvorsitzenden als Egomanen zu diskreditieren, geht gründlich in die Hose."

Die Gewerkschaft wirft der Bahn vor, sie weigere sich, über Inhalte zu verhandeln. Die Bahn wies das zurück. "Es ist angesichts der Liste von Angeboten und Vorschlägen schon ein starkes Stück zu behaupten, die DB wolle nicht über Inhalte sprechen", teilte eine Sprecherin mit. "Die GDL weiß genau, dass das Gegenteil der Fall ist." Die Bahn forderte, die schädlichen Streikdrohungen zu unterlassen. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber kritisierte den Streikaufruf. Er habe sich mit GDL-Chef Claus Weselsky verabredet, um am Mittwoch und Donnerstag nach Lösungen für den Konflikt zu suchen, sagte Weber im ZDF-Morgenmagazin. „Und dass Stunden, bevor diese Gespräche überhaupt erst beginnen, die GDL zum Streik aufruft – das ist schon eine Dreistigkeit und Unverschämtheit.“

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit. Sie will auch für Zugbegleiter, Bordgastronomen sowie Disponenten verhandeln, die in den Leitzentralen Züge und Personal koordinieren. Daran scheiterten bislang die Verhandlungen. dvd/dpa
 
 
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