«Aber ich bin zuversichtlich: Es ist eine Krise, die wir zusammen überwinden werden», sagte er laut Redemanuskript. «Freiheit, Demokratie und Menschenrechte sind die Grundvoraussetzungen dafür, dass niemals wieder jemand aus seiner Heimat vertrieben wird.»

Im Mittelpunkt der achttägigen Reise Gaucks in die vier EU-Partnerländer Finnland, Lettland, Estland und Litauen standen die Lage in Europa und die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Gauck warb dabei für das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung zur besseren Qualifikation Jugendlicher.

In einer Bilanz der Reise durch die baltischen Staaten sagte Gauck, es sei eine «Begegnung mit Freunden» gewesen. Seine Gesprächspartner hätte die deutsche Position in der Eurokrise unterstützt und sich sogar eine stärkere Rolle Deutschlands in Europa gewünscht.

Der Bundespräsident Gauck äußerte sich auch zuversichtlich, dass alle baltischen Staaten in Kürze die gemeinsame europäische Währung eingeführt haben. Estland ist bereits Mitglied der Eurozone, Lettland wird Anfang 2014 beitreten, Litauen strebt dies für 2015 an.

Gauck besuchte am letzten Tag seiner Reise in Nida (deutsch: Nidden) an der Kurischen Nehrung das frühere Sommerhaus von Thomas Mann. Der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger machte dort in den Jahren 1930 bis 1932 Urlaub. Danach zwang ihn die Machtübernahme der Nazis ins Exil. Gauck wurde in Nida von der litauischen Präsidenten Dalia Grybauskaite begleitet. Am Abend wollte er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt nach Berlin zurückkehren.