Berlin

Acht Kandidatenduos starten in Wettbewerb um den SPD-Vorsitz

Zwei Monate lief die Bewerbungsfrist der SPD - und nach zähem Start findet sich eine stattliche Kandidatenschar zusammen. Nun folgt eine große Vorstellungstour.
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Geywitz und Scholz
Olaf Scholz, Bundesfinanzminister, und Klara Geywitz, Brandenburger Landtagsabgeordnete, haben ihre Kandidatur für den Vorsitz der SPD angekündigt. Foto: Kay Nietfeld
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Bei der SPD kämpfen in den kommenden Wochen voraussichtlich acht Kandidatenduos um den Parteivorsitz. An dieser Bewerberlage hatte sich zunächst nichts mehr geändert, wie es in der Partei am Sonntagabend hieß.

Der Satiriker Jan Böhmermann, der nach eigenen Worten auch SPD-Chef werden wollte, räumte auf Twitter ein, dass er es «möglicherweise» nicht geschafft habe, kurzfristig überhaupt SPD-Mitglied zu werden.  

An diesem Montag soll der Wahlvorstand der SPD zusammenkommen, um das Kandidatenfeld endgültig zu bestätigen. Erst danach gibt es abschließend Klarheit. Die Frist für Bewerbungen um den SPD-Vorsitz lief am Sonntag um 18.00 Uhr ab. Die zugelassenen Bewerber sollen sich dann bei 23 Regionalkonferenzen der Basis vorstellen. Start ist am 4. September in Saarbrücken. Dann folgt eine Mitgliederbefragung. Schließlich soll ein SPD-Parteitag im Dezember die siegreichen Bewerber formal bestätigen. 

Aus Sicht des neuen Bremer Regierungschefs Andreas Bovenschulte (SPD) spricht vieles für eine Doppelspitze als SPD-Führung. Es gebe angesichts des Drucks und der vielen Aufgaben durchaus funktionale Gründe, die für ein Job-Sharing beim Vorsitz sprächen. «Das kann zukunftsweisend sein», sagte Bovenschulte, der in Bremen eine rot-grün-rote Regierung anführt, der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist ja nicht so, dass die Parteien, die eine Doppelspitze haben, alle schlecht dastehen und schlecht damit fahren.»

Zuletzt hatten laut SPD diese acht Duos die Voraussetzungen erfüllt: Bundesfinanzminister Olaf Scholz gemeinsam mit der Brandenburger Landtagsabgeordneten Klara Geywitz, Ex-NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken, Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping, die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, und Parteivize Ralf Stegner, Europa-Staatsminister Michael Roth und die Ex-NRW-Familienministerin Christina Kampmann, die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und der OB von Bautzen, Alexander Ahrens, sowie die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel.

Böhmermann kündigte an, er werde Montagmittag Stellung nehmen, wie es weitergehe und ob er seine Kandidatur für den Parteivorsitz der SPD gegebenenfalls noch juristisch durchsetzen werde. Er hatte nach eigenen Worten die SPD-Mitgliedschaft in Köthen (Sachsen-Anhalt) erhalten - aus der SPD hieß es aber, er habe die nötigen Kriterien nicht erfüllt. Bei der Bundes-SPD hieß es am Sonntag zu möglichen weiteren Bewerbern um den Chefposten, es sei niemand neu zugelassen worden. Mit Blick auf Böhmermann sagte eine Sprecherin, dazu sei nichts eingegangen.

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