Das geht aus dem jährlichen Bericht zum Stand der Deutschen Einheit vor. Erstmals seit der Wiedervereinigung zogen 2012 ungefähr so viele Menschen von West- nach Ostdeutschland wie umgekehrt, heißt es darin. Der Osten werde in den kommenden Jahren trotzdem sehr von Alterung und Schrumpfung betroffen sein. Wirtschaftlich sind die neuen Länder - trotz einiger Fortschritte - nach wie vor im Rückstand. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) betonte: «Es gibt noch Nachholbedarf.»

Nach der Wiedervereinigung waren über Jahre hinweg massenhaft Menschen aus dem Osten weggegangen, die Geburtenzahlen brachen ein. Die Einwohnerzahl dort sank zwischen 1990 und 2012 um 13,5 Prozent. Die verbesserte wirtschaftliche Situation und die bessere Lage auf dem Arbeitsmarkt trugen nun dazu bei, die Abwanderung weitgehend aufzuhalten, heißt es im Bericht. 2012 belief sich der Wanderungsverlust von Ost nach West nur noch auf gut 2000 Menschen. Direkt nach der Wiedervereinigung waren es jährlich Hunderttausende gewesen, zwischen 2000 und 2005 noch im Schnitt 66 000 pro Jahr.