Die älteste Tochter Ngoc Lan nahm ihre Eltern und ihre zwei jüngeren Geschwister - Esther (9) und Andre (6) - in Empfang.

«Es ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen», sagte die 20-Jährige. Sie hatte als einziges Familienmitglied ihr Bleiberecht behalten und in Hoya (Landkreis Nienburg) bleiben dürfen. Die Familie lebte seit rund 19 Jahren in Deutschland und galt als gut integriert.

Die Abschiebung und Trennung der Familie im November hatte für viele Proteste gesorgt und Innenminister Uwe Schünemann wegen seiner Flüchtlingspolitik in die Kritik gebracht. Daraufhin hatte sich der CDU-Politiker für die Wiedereinreise der Vietnamesen eingesetzt.

Eine solche Rückholung einmal aus Deutschland abgeschobener Menschen ist nach Angaben von Flüchtlingsorganisationen wie Pro Asyl eine absolute Ausnahme. In Niedersachsen hat es laut Innenministerium einen vergleichbaren Fall bisher nicht gegeben.

Zum Verhängnis war der in Deutschland nur geduldeten Familie geworden, dass der Vater bei der Einreise einen falschen Namen genannt hatte. «Das Kindeswohl hätte im Vordergrund stehen müssen», sagte der CDU-Abgeordnete Axel Knoerig, der für den Wahlkreis Diepholz-Nienburg im Bundestag sitzt. «Wir wollen doch gut integrierte Menschen halten und nicht abschieben.» Er setze sich für eine rasche Einbürgerung der Vietnamesen ein. Vorerst hat die Familie einen für drei Jahre gesicherten Aufenthaltsstatus.