Aachen

Aachener Karlspreis für Rumäniens Präsident Klaus Iohannis

Klaus Iohannis hat sein Land zum europäischsten Land in Südosteuropa gemacht, stellt das Karlspreis-Direktorium fest und zeichnet ihn als Streiter für europäische Werte aus. Die Jury würdigt aber auch seine Funktion als Brückenbauer zwischen Ost und West.
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Neuer Karlspreisträger
Klaus Iohannis ist seit 2014 Präsident von Rumänien und wurde im November im Amt bestätigt. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Der rumänische Staatspräsident Klaus Iohannis wird als herausragender Streiter für europäische Werte mit dem Aachener Karlspreis 2020 ausgezeichnet.

Iohannis habe mit großem Einsatz und Erfolg Rumänien zu einer proeuropäischen, rechtsstaatlichen Politik geführt, begründete das Karlspreis-Direktorium seine Entscheidung. Der bürgerliche Politiker stärke die Europäische Union, bekenne sich zu ihren Zielen und fördere die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer. Der 60-Jährige habe sein Land nach der Wende 1989 Schritt für Schritt zum europäischsten in Südosteuropa gemacht. Das Direktorium würdigte Iohannis auch als Brückenbauer zwischen Ost und West.

Europa sei in wesentlichen Fragen gespalten, sagte der Sprecher des Karlspreis-Direktoriums, Jürgen Linden. Iohannis sei ein wichtiger Mittler und Brückenbauer zwischen west- und osteuropäischen Gesellschaften, hieß es in der Begründung des Karlspreis-Direktoriums. Er kämpfe gegen Korruption, für Gewaltenteilung und den Rechtsstaat.

Das Direktorium ehre «einen herausragenden Streiter für die europäischen Werte, für Freiheit und Demokratie, den Schutz von Minderheiten und kulturelle Vielfalt», hieß es in der Begründung. Gewürdigt würden auch seine bedeutenden Verdienste um die Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Justiz.

Rumänien sei heute ein wirtschaftlich wachsendes, aufstrebendes Land, sagte Linden bei der Vorstellung: «Rumänien ist ein Land mit hohen Wachstumsraten. Rumänien ist ein Land, das sich modern und technologisch aufstellt.» Im Vergleich mit anderen Ländern, in denen Postkommunisten, Nationalisten oder Rechtspopulisten über Wahlen das Sagen und die Mehrheiten bekämen, sei Rumänien eine Ausnahme und stelle so etwas wie ein Vorbild im früheren Ostblock für die europäische Integration dar.

In der Zeit seiner Präsidentschaft habe er die Bürger seines Landes integrativ in die europäische Gemeinschaft geführt. Iohannis war im erst im November mit zwei Drittel der Stimmen wiedergewählt worden.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet würdigte Iohannis als «Lichtgestalt Osteuropas». Der rumänische Präsident sei «ein engagierter Europäer gegen Populismus, für die Werte Europas, für Rechtsstaatlichkeit und für Pressefreiheit», schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament, Manfred Weber, äußerte sich ähnlich: «Ein hochverdienter Preis für einen großen Europäer», twitterte der CSU-Politiker.

Die Preisverleihung findet am Himmelfahrtstag (21. Mai) im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. In diesem Jahr wurde UN-Generalsekretär António Guterres ausgezeichnet, 2018 der französische Präsident Emmanuel Macron.