Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, sagte der "Bild am Sonntag", sie würde eine baldige Ausreise Mubaraks nach Deutschland begrüßen, wenn dies dazu beitragen würde, die Verhältnisse in Ägypten zu stabilisieren. "Dabei handelt es sich ja nicht um politisches Asyl", sagte sie.

Ähnlich argumentiert der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andreas Schockenhoff (CDU). "Wir brauchen einen friedlichen Übergang in Ägypten. Wenn Deutschland damit einen konstruktiven Beitrag im internationalen Rahmen leisten kann, dann sollten wir Husni Mubarak aufnehmen, wenn er das will."

Wie die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise weiter berichtet, ist man in Berlin bereit, Mubarak für den Fall einer notwendigen medizinischen Behandlung die Einreise zu ermöglichen.

Mubarak könnte nach einer Flucht aus seinem Land womöglich erneut als Patient an der Uniklinik Heidelberg aufgenommen werden.

"Er kann - wie alle anderen Patienten auch - jederzeit kommen", sagte eine Kliniksprecherin am Sonntag. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Bild am Sonntag". Das bedeute aber nicht, dass es konkrete Vorbereitungen für einen erneuten Aufenthalt Mubaraks gebe.

Die "Bild am Sonntag" hatte mit Verweis auf einen Bericht der "New York Times" geschrieben, dass ein "verlängerter Gesundheitscheck" dem ägyptischen Präsidenten einen Abgang in Würde aus seinem Amt ermöglichen könnte. In Heidelberg hatte sich Mubarak im vergangenen März die Gallenblase und einen Dünndarmpolypen entfernen lassen. Bei seiner Entlassung hatte er die "hervorragende Betreuung" gelobt. dpa