Das Bildmaterial sollte unter Umständen als Grundlage für ein Märtyrer-Video dienen. «Das sind so erste Hinweise darauf, dass jemand sich tatsächlich entschlossen hat, als Märtyrer möglicherweise zu sterben», sagte Ziercke in der ZDF-Dokumentation «ZDFzeit: Deutschland in Gefahr? - Kampf gegen den Terror» (Sendetermin: 4.9.).

Das ZDF zeigt ein Video, in dem der Berliner Cuspert erklärt: «Ihr werdet nicht mehr in Sicherheit leben. Ihr setzt Millionen und Milliarden ein für den Krieg gegen den Islam. Und deshalb ist dieses Land hier, die Bundesrepublik Deutschland, ein Kriegsgebiet.»

Cuspert alias Deso Dogg war Anfang Mai an Ausschreitungen zwischen Rechtsextremisten der Splitterpartei Pro NRW und radikalen Salafisten in Bonn beteiligt gewesen. Dabei waren mehrere Polizeibeamte durch Messerstiche verletzt worden. Nach dem Verbot seiner Organisation «Millatu Ibrahim» verließ Cuspert Deutschland. Er soll sich mit zahlreichen gewaltbereiten Anhängern in Ägypten aufhalten. Dem ZDF-Bericht zufolge ruft der Anführer einer verbotenen Gruppe auf Seiten der Salafisten zum Heiligen Krieg in Deutschland auf.

Ziercke warnt in dem Beitrag vor einer Eskalation der Gewalt zwischen islamfeindlichen und salafistischen Gruppen in Deutschland. Durch Provokationen rechter Gruppen wie Pro NRW, Pro Deutschland und auch NPD schaukele sich der Konflikt auf.

Die Rechtsextremen wollten Gewaltaktionen von salafistischen Muslim-Gruppierungen auslösen. «Hier ist das Spiel mit dem Feuer ganz eindeutig», sagte Ziercke. «Wer Karikaturenwettbewerbe in Deutschland durchführt, wer Moscheen-Touren veranlasst, der weiß, was er tut.» Auch bei den islamfeindlichen Gruppen selbst gebe es ein zunehmendes Gewaltpotenzial, berichtet die ZDF-Dokumentation.