Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat die Polizei vor kursierenden Falschmeldungen gewarnt. "Aktuell wird in sozialen Medien über angeblich 600 Kinderleichen berichtet", sagte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Gegen solche Fake News wolle er sich stellen.

Er rief dazu auf, ausschließlich seriösen Quellen zu vertrauen und sich nicht "am unreflektierten Verbreiten von Meldungen im Internet" zu beteiligen.

Noch 69 Menschen werden vermisst - 134 Menschen gestorben

Die Lage im von der Flutkatastrophe besonders schwer getroffenen Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ist auch nach über einer Woche noch unübersichtlich. Aber kann es sein, dass tatsächlich über 800 Menschen ums Leben gekommen sind, also mehr als sechsmal so viele wie bislang offiziell bekannt gegeben? Diese und ähnliche Behauptungen kursieren derzeit auf Facebook

Ein Sprecher des für die Hilfe in Ahrweiler zuständigen Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, eine derartige Menge an verunglückten Flutopfern könne "durch uns nicht bestätigt werden".

Tatsächlich liegt die Zahl der Todesopfer nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz weiterhin bei 134, berichtete die Polizei. Davon seien bislang 80 identifiziert. Die Zahl der Vermissten sei auf 69 gesunken. Die Zahl der Verletzten nach dem Starkregen vom 14. Juli und den dadurch ausgelösten Sturzfluten gab Stadtfeld mit 766 an.

Entlang der Ufer im Ahrtal komme es nach der Flut derzeit immer wieder zu Munitionsfunden aus dem Zweiten Weltkrieg, die freigespült würden. In solch einem Fall solle man sofort die Polizei informieren, sagte er.