• Ab Mittwoch gilt 3G in Bussen, Bahnen und Co.
  • Ausnahmen: Schüler und Kinder unter 6 Jahre
  • Nachweise sollen durch stichprobenartige Kontrollen überprüft werden  

"Beförderung nur mit gültigem Fahrausweis" - so steht es an Türen von U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen. Doch ein Fahrschein alleine reicht ab Mittwoch (24. November) wohl nicht mehr.  An das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln haben sich die Fahrgäste mittlerweile gewöhnt, doch jetzt kommt eine weitere Maßnahme hinzu: der 3G-Nachweis. Künftig dürfen nur noch Menschen mitfahren, die belegen können, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Wir klären die wichtigsten Fragen und Antworten. 

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Jeder, der einen ICE, Nahverkehrszug, Bus, eine U-Bahn, Tram, S-Bahn oder ein Flugzeug benutzen will, muss künftig eines der 3G vorweisen können. Also geimpft, genesen oder getestet sein. Für Taxis gilt die Regel nicht. Dort gibt es keine Zugangsbeschränkung für Fahrgäste. Die Branche ist erleichtert, dass die Fahrer nicht Corona-Tests und Impfzertifikate überprüfen müssen. „Für die Fahrer gilt aber wie an allen anderen Arbeitsplätzen 3G“, sagt Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wer ins Taxi steigt, muss allerdings eine Maske tragen.

Eine Ausnahme der 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr gibt es für Schüler*innen sowie für Kinder unter 6 Jahren. Bei Schülerinnen und Schülern wird davon ausgegangen, dass sie regelmäßig in der Schule getestet werden. Sie müssen in Bus und Bahn einen Schülerausweis vorzeigen. 

Was die Kontrollen der 3G-Nachweise angeht, ist noch vieles unklar. Nach dem Gesetz sind für die Kontrollen die Verkehrsunternehmen verantwortlich – trotz aller Warnungen, ihre Mitarbeiter seien keine 3G-Polizei. Die Deutsche Bahn will zu Beginn der Woche bekannt geben, wie der Konzern mit den neuen Vorgaben umgeht. Das Unternehmen hatte sich frühzeitig offen für 3G gezeigt. In einem ICE können die Fahrgäste zwar einfacher kontrolliert werden, als in einer U-Bahn, flächendeckende Kontrollen sind aber auch bei der Bahn nicht zu erwarten. 

Unternehmen rechnen mit Problemen bei den Kontrollen 

In der Vergangenheit haben Kontrollen - wie etwa die der Einhaltung der Maskenpflicht - aggressive Reaktionen hervorgerufen. Aus diesem Grund werden sich die Unternehmen Hilfe vom Staat holen. "Die Verkehrsunternehmen gehen daher bereits jetzt auf Polizei und Ordnungsämter vor Ort zu, damit gemeinsam effektive Stichproben durchgeführt werden können", hieß es beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. "Gleichzeitig erhöht dies die nötige Sicherheit für unsere Kontrolleure bei der Umsetzung dieser schwierigen hoheitlichen Aufgabe."

Laut dpa haben die hessischen Verkehrsverbünde schon stichprobenartige Kontrollen mit der Polizei und den Ordnungsbehörden vereinbart. Der Chef des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, Knut Ringat, appellierte auch an die Eigenverantwortung - ähnlich wie Tempolimits, an die sich auch ohne lückenlosen Kontrolle die meisten halten.

Welche Strafe droht, wenn ich ohne 3G-Nachweis erwischt werde? 

Wer ungeimpft und nicht genesen ist und keinen Test vorweisen kann, dürfte wohl – wie beim Fahren ohne Ticket – des Zuges oder Busses verwiesen werden, wenn dies bei einer Kontrolle auffällt. Zudem droht auch in diesem Fall eine Geldstrafe. Die genaue Höhe der Strafe scheint hier noch unklar. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (CDU), Hendrik Wüst, brachte aber bereits Strafen in Höhe von 1.000 Euro ins Spiel, sollten Mitfahrer gegen die Regeln verstoßen. 

Wer nicht genesen ist und sich nicht impfen lassen will, muss einen aktuellen Test vorzeigen können. Der darf maximal 24 Stunden alt sein. Heißt: Wer täglich die U-Bahn oder den Bus zur Arbeit nimmt, braucht quasi täglich einen Test.

Einen kostenlosen Bürgertest pro Woche

Menschen ohne Corona-Symptome oder Corona-Warn-App-Risiko-Meldungen haben grundsätzlich das Anrecht auf einen kostenlosen Bürgertest pro Woche in einer Teststelle. Zudem muss der Arbeitgeber zwei Tests pro Woche bereitstellen. Wer für weitere Tests für den ÖPNV aufkommt, ist noch unklar, im Zweifel vermutlich der Ungeimpfte selbst.

Grundsätzlich ist die Gefahr, sich im öffentlichen Nahverkehr anzustecken, wenn man eine Maske trägt, laut Verkehrsbetrieben nicht höher als an anderen Orten. Der Virologe Christian Drosten rechnet angesichts der neuen Regel nicht damit, dass diese die aktuelle Corona-Lage deutlich entspannen wird, denn geimpfte Mitfahrer könnten unerkannt infiziert sein und so am Ende doch getestete Ungeimpfte anstecken.

Zum Weiterlesen: 3G-Pflicht am Arbeitsplatz: Das müssen Arbeitnehmer jetzt wissen

mit dpa

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