Mit zwei Milliarden Euro will die Bundesregierung die Folgen der Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche abmildern. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch (5. Mai 2021) ein "Aktionsprogramm Aufholen" auf den Weg. Laut Bundesagentur für Arbeit erhalten Kindergeldberechtigte einen 150-Euro-Bonus - hier erfahren Sie, wo der Antrag gestellt werden kann.

Eine Milliarde Euro aus dem geplanten Aktionsprogramm ist für Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler gedacht, die Lernrückstände aufholen müssen. Eine weitere Milliarde Euro soll in soziale Maßnahmen investiert werden, um auch die psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Hier geht es um eine Aufstockung von bestehenden Programmen im Bereich frühkindlicher Bildung, in der Schulsozialarbeit und im Freizeitbereich.

"Freizeitbonus": Einmalzahlung von 100 Euro für sozial schwache Familien

Beschlossene Sache ist jetzt auch eine Einmalzahlung von 100 Euro für Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind oder nur ein sehr geringes Einkommen haben. Das Geld soll je nach Bedarf für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden können. Den sogenannten "Kinderfreizeitbonus" hat der Bundestag am Freitag (11. Juni 2021) beschlossen. Ausgezahlt werden sollen die 100 Euro laut Familienministerium "ab August". Die meisten Familien müssen dafür keinen gesonderten Antrag stellen.

Die 100 Euro können für Ferien-, Sport- oder Freizeitaktivitäten ausgegeben werden - "je nach Lust und Laune", hatte Familienministerin Christine Lambrecht (SPD) gesagt. Das Kabinett beschloss außerdem einen Gesetzentwurf für einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Das Vorhaben hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag verabredet. Kinder, die ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeschult werden, sollen nach den Plänen von Bundesfamilien- und Bundesbildungsministerium in den ersten vier Schuljahren einen Anspruch auf ganztägige Betreuung bekommen - für mindestens acht Stunden an Wochentagen und auch in den Ferien.

Ursprünglich war der Start schon ein Jahr früher vorgesehen. Wegen Kritik aus den Ländern soll es nun aber mehr Zeit für den Ausbau geben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen erfuhr. Die Länder hatten auch eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an den laufenden Betriebskosten für die Ganztagsplätze gefordert. Auch hier gibt es den Angaben zufolge ein Entgegenkommen. Für das Vorhaben ist eine Zustimmung der Länder im Bundesrat nötig.

Kinderhilfswerk: "Weniger als 150 Euro pro Kind in die Hand genommen"

Unterdessen hat das Deutsche Kinderhilfswerk das von der Bundesregierung geplante "Corona-Aufholpaket“ für Kinder und Jugendliche als völlig unzureichend kritisiert, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. "Natürlich hört sich ein Zwei-Milliarden-Programm erst einmal gut an, aber im Endeffekt werden damit weniger als 150 Euro pro Kind in die Hand genommen", wird Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger zitiert.

Krüger zufolge werde das bei Weitem nicht ausreichen, um auch nur annähernd die Bedarfe der Kinder zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu decken.