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Deutscher rast in der Schweiz - und muss nun ein Jahr ins Gefängnis

Es ist ein Präzedenzfall: Eigentlich kann man in Deutschland nicht im Gefängnis landen, weil man zu schnell fährt. Doch weil der Geschwindigkeitsverstoß in der Schweiz stattfand, muss ein Mann nun ein Jahr ins Gefängnis.
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Es ist ein Präzedenzfall: Eigentlich kann man in Deutschland nicht im Gefängnis landen, weil man zu schnell fährt. Doch weil der Geschwindigkeitsverstoß in der Schweiz stattfand, muss ein Mann nun ein Jahr ins Gefängnis.  Symbolbild: pixabay/Tobias-Steinert
Es ist ein Präzedenzfall: Eigentlich kann man in Deutschland nicht im Gefängnis landen, weil man zu schnell fährt. Doch weil der Geschwindigkeitsverstoß in der Schweiz stattfand, muss ein Mann nun ein Jahr ins Gefängnis. Symbolbild: pixabay/Tobias-Steinert
Ein Deutscher, der in der Schweiz wegen massiver Geschwindigkeitsübertretungen im Straßenverkehr verurteilt wurde, muss die Haftstrafe in Deutschland antreten. Das entschied das Oberlandesgericht Stuttgart.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war der Mann 2014 mehrfach wegen massiver Geschwindigkeitsverstöße aufgefallen. So fuhr er 135 km/h, wo nur 80 km/h erlaubt waren, und gab auf der Autobahn noch mal richtig Gas, um der Polizei zu entkommen.

Dafür wurde der Mann in der Schweiz angeklagt, blieb seiner Verhandlung aber ohne Entschuldigung fern. Wegen "Gefährdung des Lebens und wiederholter grober qualifizierter Verletzung der Verkehrsregeln" wurde er zu einer Haftstrafe von 30 Monaten verurteilt, von denen 18 zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Schweizer Justiz beantragte die Vollstreckung der Strafe in Deutschland.


In der Schweiz gerast - in Deutschland in Haft


Dem gab das Oberlandesgericht Stuttgart nun statt. Zumindest die einjährige Haftstrafe muss der Mann in Deutschland antreten - auch wenn Geschwindigkeitsverstöße in Deutschland nur eine Ordnungswidrigkeit darstellen. "Ordnungswidrigkeiten werden in Deutschland eigentlich nicht mit Haft bestraft. Hierzulande kommen dafür nur Geldbußen in Betracht", erklärt Karl Heinz Lehmann.

Das Gesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRG) regele allerdings, dass auch in einem solchen Fall die im Ausland verhängte Strafe in Deutschland vollstreckt werden dürfe, argumentierte das Gericht. Einzig die Bewährungsstrafe wird die deutsche Justiz nicht durchsetzen, denn die Übernahme der Bewährungsaufsicht sei im IRG nicht vorgesehen.