München
Arbeitsverträge

Deutsche Post: Entfristung bei wenig Krankheit - bringt die massive Kritik jetzt Änderungen?

Mit ihrer umstrittenen Praxis, Arbeitsverträge nur bei einer bestimmten Anzahl an Krankheitstagen zu entfristen, wurde die Deutsche Post massiv kritisiert. Sogar der Bund kündigte an, Einfluss nehmen zu wollen.
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Die Post steht mit ihren Arbeitsverträgen massiv in der Kritik. Foto: Jan Woitas/dpa
Die Post steht mit ihren Arbeitsverträgen massiv in der Kritik. Foto: Jan Woitas/dpa

Fragliche Entfristungskriterien der Post: Ungeachtet aller Kritik will die Deutsche Post ihre umstrittene Praxis bei der Entfristung von Arbeitsverträgen nicht ändern. "Wir werden an den Eckpunkten festhalten, denn sie haben sich in der Praxis bewährt und sind arbeitsrechtlich nicht zu beanstanden", sagt Personalvorstand Thomas Ogilvie der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). Der Bonner Konzern übernimmt Angestellte nur dann unbefristet, wenn sie zuvor innerhalb von zwei Jahren nicht mehr als 20 Krankheitstage hatten und nicht mehr als zwei selbstverschuldete Unfälle mit konzerneigenen Fahrzeugen.

 

 

 


Entscheidungsspielräume vorhanden


Daran hatte es massive Kritik gegeben. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) kündigte an, den Einfluss des Bundes für eine Änderung der Kriterien zu nutzen. Der Bund hält über die Staatsbank KfW knapp 21 Prozent an der Deutschen Post.

Ogilvie bekräftigte die Argumentation der Post, dass die Kriterien nur Anhaltspunkte seien und die Verantwortlichen, die vor Ort über jede einzelne Entfristung entscheiden müssten, Entscheidungsspielräume hätten. "Wenn es eine Grippewelle gab oder jemand einen Sportunfall mit langer Ausfallzeit hatte, kann von den Eckpunkten durchaus abgewichen werden", sagt Ogilvie. "Wir brauchen Kriterien wie jeder andere Arbeitgeber auch, weil wir nicht willkürlich allein nach Bauchgefühl über die Entfristung von Verträgen entscheiden wollen."

 

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