Staatliche Maßnahmen gegen Heimschüler in Deutschland gälten nach rechtlichem Ermessen in den USA nicht als "Verfolgung", die zum Asyl berechtige, entschieden die Richter in Cincinnati in ihrem elfseitigen Urteil. Der US-amerikanische Rechtsschutzverband für Heimunterricht "Home School Legal Defense Association" teilte auf seiner Webseite mit, die Familie werde das Urteil anfechten.

Das bibeltreue Ehepaar Hannelore und Uwe Romeike aus Baden-Württemberg war im Sommer 2008 mit seinen fünf Kindern in die USA gezogen. Es wollte die Kinder selber unterrichten. Die deutschen Schulen entsprächen nicht christlichen Werten, erklärte Uwe Romeike. Die Familie fühle sich verfolgt, weil die deutschen Behörden die Schulpflicht mit Bußgeldbescheiden durchsetzen wollten. Ein US-Einwanderungsrichter gab dem Asylantrag der Romeikes 2010 statt.
Zwei Jahre später erwirkte die Einwanderungsbehörde jedoch eine Aufhebung des Urteils.

Seither leben die Romeikes mit inzwischen sechs Kindern in Rechtsunsicherheit. Ihre Niederlage am Dienstag dürfte jedoch nicht automatisch zur Abschiebung führen. Im Zuge der US-amerikanischen Diskussion um Einwanderungsreform weist die Einwanderungsbehörde gegenwärtig nur illegal in den USA lebende Ausländer aus, die straffällig geworden sind. In den USA werden 1,5 Millionen bis zwei Millionen Kindern zu Hause unterrichtet. dpa