Bettensteuer auf Mallorca tritt in Kraft

Ab Freitag, 1. Juli 2016, muss jeder Balearen-Urlauber eine Bettensteuer bezahlen, die pro Übernachtung und Person berechnet wird. Davon betroffen sind die Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Die prognostizierten Steuereinnahmen von 50 bis 80 Mio. Euro pro Jahr sollen laut Balearen-Regierung dazu dienen, "das touristische Produkt zu verbessern" und die Umwelt zu erhalten.

Je nach Saison und Art der Unterkunft beträgt die Abgabe für Touristen zwischen 25 Cent und 2 Euro pro Nacht und Person. In der Regel muss die Steuer direkt an der Rezeption bezahlt werden. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind von der Gebühr befreit. Verbringt beispielweise ein Paar ein langes Wochenende im Landhotel auf Mallorca, werden während der Hochsaison insgesamt 6 Euro für drei Nächte fällig.
Eine vierköpfige Familie mit einem 14- und einem 17-jährigen Kind zahlt in der Hauptsaison für 10 Tage Mallorca-Urlaub im Luxushotel 60 Euro Bettensteuer. Neben Hotels sind auch Ferienwohnungen und Fincas von der Bettensteuer betroffen.

Beide sind besonders bei Mietwagen-Reisenden beliebt. Eine Reisegruppe von 6 Personen, die auf einer großen Finca Urlaub macht, bezahlt für eine Woche insgesamt 42 Euro Bettensteuer. Für Übernachtungen während der Nebensaison von 1. November bis 31. April gelten um 50 % reduzierte Steuersätze.


Höchste Rentenanpassung seit 23 Jahren

Ab dem 1. Juli haben Rentenbezieher spürbar mehr Geld im Portemonnaie. Denn zu diesem Datum wird alljährlich der sogenannte Rentenwert angepasst - diesmal so stark wie seit 1993 nicht mehr. Der Rentenwert ist der Betrag, der bei der Rentenberechnung einem Entgeltpunkt entspricht. Wichtigster Faktor bei der Anpassung ist die Vorjahresentwicklung der Bruttolöhne und -gehälter. Und die sind 2015 im Vergleich zu 2014 um 3,78 Prozent in den alten Bundesländern und um 5,48 Prozent in den neuen Bundesländern gestiegen. Deshalb steigen zum 1. Juli 2016 auch die Renten, und zwar um 4,25 Prozent in den alten und um 5,95 Prozent in den neuen Bundesländern. Der aktuelle Rentenwert beläuft sich damit ab 1. Juli auf 30,45 Euro im Westen und auf 28,66 Euro im Osten.


Höhere Witwenrente

Die Erhöhung des Rentenwertes wirkt sich auch positiv für all diejenigen aus, die eine Witwen- oder Witwerrente beziehen und nebenher arbeiten. Durch die Rentenanpassung steigt automatisch ihre Hinzuverdienstgrenze: Der Freibetrag, bis zu dem keine Anrechnung des Einkommens stattfindet, entspricht laut Gesetz dem 26,4-fachen des jeweils aktuellen Rentenwertes. Ab dem 1. Juli 2016 können Bezieher einer Hinterbliebenenrente in den alten Bundesländern daher 803,88 Euro hinzuverdienen, ohne dass das Gehalt auf die Rente angerechnet wird. In den neuen Bundesländern liegt die Hinzuverdienstgrenze dann bei 756,62 Euro. Im Jahr 2015 beliefen sich die Werte noch auf 771,14 Euro im Westen und 714,12 Euro im Osten. Wer eine Hinterbliebenenrente bezieht und gleichzeitig ein Kind erzieht, das Anspruch auf eine Waisenrente hat, für den erhöht sich dieser Freibetrag zusätzlich um das 5,6-fache des aktuellen Rentenwertes.


Kinderzuschlag für Geringverdiener steigt

Eine finanzielle Entlastung gibt es ab dem 1. Juli auch für Familien mit geringem Einkommen, die Anspruch auf einen Kinderzuschlag haben. Sie erhalten pro Kind künftig bis zu 160 Euro monatlich. Bislang belief sich der Kinderzuschlag auf maximal 140 Euro. Den Kinderzuschlag können Elternpaare und Alleinerziehende beantragen, die mit ihrem Einkommen nur den eigenen, nicht aber den Bedarf ihrer Kinder decken können. Sie müssen mit dem, was ihnen finanziell zur Verfügung steht, über einer Mindesteinkommensgrenze liegen, dürfen aber auch eine Höchsteinkommensgrenze nicht überschreiten. Der Kinderzuschlag wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt und kann für unverheiratete Kinder unter 25 Jahren beansprucht werden, die noch im Haushalt der Eltern leben. Der Antrag muss - wie auch der Kindergeldantrag - bei der zuständigen Familienkasse gestellt werden.