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Deutschland

Das Lebensgefühl in den 80ern: Raider, Kohl und "Ein bisschen Frieden"

Die Briten hatten Margaret Thatcher, die Deutschen Helmut Kohl. Wackersdorf und Tschernobyl beschäftigten die Menschen - und jede Menge Popkultur.
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In den 80ern hieß Twix noch Raider - das änderte sich erst 1991. -80er Wochenthema
In den 80ern hieß Twix noch Raider - das änderte sich erst 1991. -80er Wochenthema
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In den 80er Jahren diskutierten deutsche Familien am Abendbrottisch über das Wettrüsten und Atomkraft. Wenn man den Fernseher anschaltete, war einer immer da: Helmut Kohl.

Als Kohl noch nicht der "Kanzler der Einheit" war, hatte er wegen seiner Körperform den Spitznamen "Birne", besonders gepflegt vom Satire-Magazin "Titanic". Das nahm ihn immer wieder auf den Titel: "Birne muß Kanzler bleiben" oder "Wiedervereinigung ungültig - Kohl war gedopt".

Zu Kanzlerzeiten trug Kohl noch Brille und jene Strickjacke, die heute im Haus der Geschichte in Bonn aufbewahrt wird. Der gemütliche Pfälzer mit Vorliebe für Saumagen, das war das Klischee. Was für ein Temperament der CDU-Mann hatte, sahen viele erst, als er einmal in Halle auf einen Eierwerfer zustürmte.

Kohl: nicht cool

Als cool galt Kohl bei den meisten jungen Deutschen in den 80er Jahren nicht. Wer bei der Jungen Union aktiv war, führte eher ein Randgruppen-Dasein: Das waren die Jungs mit Scheitel und Aktenkoffer mit Zahlenschloss. Die Jahre seien wie eine "gigantische Endlosschleife" gewesen, schrieb Florian Illies in seinem Gesellschaftsporträt "Generation Golf" im Jahr 2000. "Raider heißt jetzt Twix, sonst änderte sich nix." Illies zeichnet das Bild einer Wohlstands-Generation, für die allein die Farbe der Barbour-Jacke wichtig war.

Heute ist der Blick auf die Zeit anders. Es war damals doch so einiges los. Die alte BRD wurde reif für historische Fernsehserien wie "Deutschland 83". Die Agentenserie zeigt, wie haarscharf Ost und West am Dritten Weltkrieg vorbeischrammten.

"Da da da"

Als Helmut Kohl im Herbst 1982 Kanzler wurde, gab es nur drei Fernsehprogramme, nachts lief das Testbild. Ein Bundeswehr-Obergefreiter namens Norbert Schramm holte mit seiner Eislauf-Kür den ersten Platz bei den Europameisterschaften. In den Kinos brach Steven Spielbergs "E.T." alle Rekorde. Bestseller waren Michael Endes "Momo" und "Die unendliche Geschichte". Die Neue Deutsche Welle erreichte ihren Höhepunkt, das sinnfreie "Da Da Da" von Trio dudelte aus dem Radio und Autos waren deutlich eckiger als heute. Videos boomten. Computer waren Anfang der 80er noch etwas für Spinner.

Ein Schock war das Reaktor-Unglück von Tschernobyl, danach wurden die Deutschen vor frischer Milch und Blattgemüse gewarnt.dpa