Mein Notebook ist vier Jahre alt, es funktioniert aber noch gut. Kann ich es auf eine neuere Windows-Version aufrüsten? Was passiert mit meinen Daten?
Christopher Schirner: Eine Aussage anhand des Alters des Notebooks zu treffen, ist generell schwierig. Viel wichtiger sind Leistungsdaten, wie z.B. der Arbeitsspeicher (RAM) des Computers. Gerade neue Versionen von Windows sollten über viel Arbeitsspeicher verfügen. Mindestens 4 GB würde ich für Windows 7 als Pflicht bezeichnen. Generell ist ein neues Windows nicht zwangsweise langsamer, gerade Windows 7 ist im Vergleich zu XP schneller. Bei einer Neuinstallation werden alle Daten gelöscht, es sei denn, sie liegen auf einer extra Partition oder werden vorher gesichert. Nach einer externen Sicherung können die Daten jederzeit wieder zurückgespielt werden. Bei Nutzung der zweiten Partition besteht generell die Gefahr, dass durch einen Fehler bei der Installation die Partition verloren geht.

Ich surfe so gut wie gar nicht im Internet, schreibe nur hin und wieder eine E-Mail oder einen Brief mit Word am Computer. Kann ich da nicht einfach weiter mit Windows XP arbeiten?
Selbst das Nutzen von E-Mails ist nicht ohne Gefahren. Gerade darüber werden oft Rechner infiziert, z.B. durch gefälschte Mahnungen oder andere Dateianhänge. Es existieren aber auch Sicherheitslücken, die ohne Zutun des Anwenders ausgenutzt werden können. Ein Beispiel ist der vor einigen Jahren kursierende Wurm Conficker. http://en.wikipedia.org/wiki/Conficker. Aber nicht nur durch das Internet ist der Computer in Gefahr. Auch verseuchte USB-Sticks Bekannter (die möglicherweise nichts davon wissen) gefährden den Computer. Heutzutage sind alle Rechner quasi dauerhaft mit dem Internet verbunden. Die infizierten Rechner werden dann meist als Spamschleudern missbraucht und gehören dann zu einem sogenannten Botnet. Ein Virenscanner kann keinen dauerhaften Schutz bieten. Als Beispiel: Ein Torwart (der Virenscanner) versucht die Bälle rauszuhalten, doch wenn das Tor immer größer wird (mehr Lücken) kann er irgendwann nicht mehr alles abwehren.

Mein Rechner ist ohnehin schon alt und ich überlege mir, einen Apple-Computer zu kaufen. Worauf muss ich achten? Kann ich meine Daten einfach umziehen?
Generell sollte man darauf achten, dass man keine Anwendungen benötigt, die danach nicht auf dem Apple Betriebssystem laufen. Auch OS X ist nicht von Sicherheitslücken gefeit - auch hier existieren immer wieder mal Lücken - und Apple hat sich oft nicht mit Ruhm bekleckert, diese auch zeitnah zu schließen. Auch Apple ist wie Windows ein geschlossenes Betriebssystem mit meist proprietären Anwendungen. Es empfiehlt sich generell nach freien Alternativen Ausschau zu halten, egal mit welchem Betriebssystem man arbeitet. Ein Umstieg von Office 200x auf LibreOffice ist leichter, als auf eine modernere Office-Version. Bei Browsern ist ein Firefox mehr zu empfehlen als ein Safari. Hier hat der Benutzer zum Glück (noch) die Wahl. Apple scheint sich immer mehr "einzuschließen" und erlaubt schon auf iPad oder iPhone nur noch extra freigegebene Apps. Seit einiger Zeit gibt es den AppStore auch für OSX - ich vermute hier einen ähnlichen Trend.

Windows ärgert mich schon länger und ich habe von Linux gehört. Wie schwierig ist der Umzug und welche Version soll ich nehmen?
Für den Umzug zu Linux bietet sich auf jeden Fall Ubuntu an. Ubuntu ist, wie jedes Linux komplett kostenlos. Der Umstieg ist an sich einfach, jedoch braucht es einige Umgewöhnung. Programme heißen oft anders. Programme werden über ein Software Center installiert und müssen nicht mehr erst im Internet gesucht und installiert werden. Standardanwendungen wie einen Browser oder Office-Software sind heutzutage auf so gut wie jedem Betriebssystem vorhanden. Beispiele hierfür wäre der Google Chrome/Firefox und Libre/OpenOffice. Man kann Linux/Ubuntu auch ganz einfach ausprobieren in dem man einen bootbaren USB-Stick mit dem Tool Unetbootin erstellt. Linux findet auch in der Wirtschaft immer mehr Anwendung. Ein großartiges Beispiel ist hier LiMux, bei dem die Stadt München die komplette Verwaltung auf Linux migriert hat, und dadurch enorm viel Geld einspart. Mit dem Supportende von Windows XP stellt auch eine Indische Bank ihre Geldautomaten, welche auf XP liefen auf Linux um (http://thehackernews.com/2014/03/indian-banks-switching-to-linux-rather.html).