Wer haftet, wenn das eigene Kind vom eigenen Hund schwer verletzt wird? Eltern, deren Kind vom eigenen Hund schwer verletzt wurde, sind vom Amtsgericht Darmstadt wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen verwarnt worden. Die Geldstrafe - 1200 Euro für die Mutter, 1800 Euro für den Vater - wurde zur Bewährung ausgesetzt. "Wenn Sie sich innerhalb eines Jahres bewähren, wird die Strafe erlassen", erklärte die Richterin am Mittwoch. Die Geldstrafen würden nicht ins Führungszeugnis eingetragen. Mit dem Urteil folgte das Amtsgericht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Die getrennt lebenden Eltern, die das gemeinsame Sorgerecht haben, hatten zuvor eingeräumt, die problematische Vergangenheit des Pitbull-Mischlins gekannt zu haben. Das Tier sei laut Vorbesitzerin in Ungarn vom dortigen Vorbesitzer zu einem Kampfhund ausgebildet und dabei misshandelt worden.

Schwere Verletzungen am Auge

Bei der Attacke im vergangenen August in einer Darmstädter Wohnung hatte das Tier dem zwei Jahre alten Mädchen das rechte Augenunterlid teilweise ausgerissen und den Tränenkanal durchtrennt.

Laut Vater hatte der Hund ohne Grund und überraschend das Kind angefallen und es mit den Krallen verletzt. Er sei gemeinsam mit Hund und Kind im Wohnzimmer gewesen und habe seine Tochter sofort hochgehoben.