Nürnberg
Feiertag

Heute ist Buß- und Bettag: Wer frei hat und wer nicht

Bald ist Buß- und Bettag. Das Bundesland Bayern hat insgesamt 13 gesetzliche Feiertage. Der Buß- und Bettag zählt allerdings auch in diesem Jahr nicht dazu. Dennoch profitieren auch im Freistaat viele von dem evangelischen Feiertag.
Artikel drucken Artikel einbetten
  • Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag in Deutschland
  • Im Jahr 2019 fällt der Buß- und Bettag auf Mittwoch, den 20. November
  • In Bayern ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag 
  • Jedes Bundesland regelt individuell, ob man frei hat oder nicht
  • Nur in Sachsen ist der Buß- und Bettag noch ein Feiertag

Der Buß- und Bettag ist beweglicher evangelischer Feiertag in Deutschland. An diesem Tag geht es für Protestanten darum "Buße" zu tun, also Reue zu zeigen für begangene Sünden. Am Buß- und Bettag soll Zeit und Raum sein, über Fehler und Irrwege im Leben nachzudenken und eine Kurskorrektur oder eine Umkehr zu beschließen. Dafür wenden sich die Protestanten im Gebet an Gott.

In Bayern ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag, allerdings bleiben die Schulen im Freistaat geschlossen. Und auch für die Universitäten gibt es Sonderregelungen. 

Wann ist der Buß- und Bettag 2019?

Der Buß- und Bettag ist 2019 am 20. November. Wie immer findet der evangelische Feiertag an einem Mittwoch statt.


Buß- und Bettag 2019: 20. November
Buß- und Bettag 2020: 18. November
Buß- und Bettag 2021: 17. November


Der Feiertag der Menschen mit evangelischem Glauben hat in Bayern seinen Status als gesetzlicher Feiertag verloren, sodass Arbeitnehmer kein Anrecht auf einen freien Tag haben. Allerdings wird an diesem Mittwoch die Schulpflicht aufgehoben.

Im frühen 19. Jahrhundert gab es noch verschieden viele Buß- und Bettage, da alle deutschen Länder ihren eigenen Tag wählen konnten. Erst gegen Ende des Jahrhunderts wurde ein gemeinsamer Tag festgelegt und 1934 zum gesetzlichen Feiertag ernannt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Feiertag auf einen Sonntag gelegt, um genügend Kräfte an der Front zu haben. Nach Kriegsende wurde der Buß- und Bettag wieder auf seinen Ursprungstag zurückgelegt. In der DDR galt er als arbeitsfreier Tag, bis er mit der Fünf-Tage-Woche 1967 abgeschafft wurde. In den westdeutschen Bundesländern hingegen wurde er, mit Ausnahme Bayerns, als gesetzlicher Gedenk- und Feiertag festgelegt. Bayern änderte das 1952, allerdings nur für die überwiegend evangelische Bevölkerung. In den 80-er Jahren wurde der Feiertag fortan einheitlich begangen.

Nach der Wiedervereinigung übernahmen auch die neuen Bundesländer den Buß- und Bettag. Seit 1995 gilt er nur noch in Sachsen als gesetzlicher Feiertag.

Warum ist der Feiertag jedes Jahr an einem anderen Datum?

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird der Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag.

Wo ist der Buß- und Bettag ein freier Tag?

Nur noch in Sachsen ist dieser Mittwoch ein gesetzlicher Feiertag. In allen anderen Bundesländern ist der christliche Tag seit 1995 kein freier Tag für Arbeitnehmer mehr. Abgeschafft wurde er, um die Belastung für die Arbeitgeber zu reduzieren. Es kommt durchaus vor, dass Feiertage in Deutschland geändert werden.

Was bedeuten gesetzliche Feiertage?

Wenn es sich um einen gesetzlichen Feiertag handelt, wird der Tag wie ein Sonntag behandelt. Die arbeitende Bevölkerung hat frei und wer doch arbeiten muss, bekommt Feiertagszuschläge.


Wer hat am Buß- und Bettag in Bayern dennoch frei?

Die Schulen in Bayern bleiben trotzdem geschlossen, sodass auch katholische Schüler einen freien Tag genießen können. Auch an den Unis sind meist nur vormittags Lehrveranstaltungen.

Das bringt jedes Jahr viele Eltern in Schwierigkeiten, da sie normal arbeiten müssen, aber die Kinder frei haben. Deshalb müssen Familien den Tag, wie auch Schulferien, in ihrem Jahreskalender frühzeitig planen. Viele Mütter und Väter nehmen sich an diesem Tag frei. In einigen Betrieben ist es auch üblich, dass die Eltern ihren Nachwuchs mitnehmen dürfen.

Wer als Protestant den Buß- und Bettag begehen will, kann sich an diesem Tag dank des Bayerischen Feiertagsgesetzes freistellen lassen. Das gilt dann in den meisten Fällen nicht als Urlaubstag, aber der Lohn wird abgezogen.

Der Buß- und Bettag wird auch flexibel gehandhabt.

Untersteinach im Kreis Kulmbach feiert den Buß- und Bettag alljährlich am 10. August. Grund ist, dass ein verheerendes Feuer am 10. August 1706, das in dem Ort wütete und fast komplett in Schutt und Asche legte. Der Brand war die schlimmste Katastrophe, die Untersteinach jemals heimsuchte.
 

Buß- und Bettag: Wie katholische und evangelische Christinnen und Christen den Ökumenischen Buß- und Bettags-Gottesdienst feiern, finden Sie hier:


Buße meint nicht Bestrafung
Beim Buß- und Bettag ist Buße übrigens nicht als Bestrafung gemeint, sondern als Möglichkeit, sich selbst Sünden einzugestehen, auf Gott zu besinnen und das eigene Handeln zu überdenken sowie gegebenenfalls anzupassen.

Buße soll gestörte Beziehungen zwischen Menschen sowie zwischen dem Mensch und Gott wiederherstellen. Außerdem gehört ein Bekenntnis zur Sünde dazu und eine Form der Beschwichtigung. So versucht der sündige Christ das reine Verhältnis zu Gott wieder zu erhalten.

Was wird am Buß- und Bettag gefeiert?

Am Buß- und Bettag gestehen Menschen mit evangelischen Glauben - durch das Abhalten von Fürbitten - ihre Schuld vor Gott ein. Der Feiertag soll Gläubigen einen Anlass geben, ihr Gewissen vor Gott auf den Prüfstand zu stellen sowie eigene und gesellschaftliche Fehler zu überdenken und einzugestehen. Einsicht und die innere Bereitschaft zu Veränderung sollen das Ziel sein. So geht es in den Gottesdiensten häufig auch um gesellschaftliche Probleme wie Armut oder Raub an der Natur.