Berlin

"Retro": Uniform mit Hakenkreuzen auf Instagram gepostet - Bundeswehr äußert sich

Die Bundeswehr hat in einer Instagram-Story das Bild einer Wehrmachts-Uniform und den darauf abgebildeten verfassungsfeindlichen Symbolen mit dem Schild "Retro" versehen. Ein Missgeschick oder ein Blick in das Politikverständnis der Soldaten?
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Die Bundeswehr sorgte in der Vergangenheit des öfteren für Aufsehen. Beispielsweise erhitzten bereits die Werbemaßnahmen auf den vergangenen Gamescom-Messen in Köln die Gemüter. Hier warb man durch an Spiele angelehnte Slogans wie unter anderem "Multiplayer at it's best" um den Nachwuchs.

Wehrmachtsuniform als Mode?

Im aktuellen Fall ist die Situation allerdings etwas prekärer. Auf der Social-Media-Plattform Instagram veröffentlichten die zuständigen Mitarbeiter des Social-Media-Teams das Bild einer Uniform. Das alleine ist jedoch nicht das Problem. Denn es war nicht irgendeine Uniform, sondern eine Wehrmachts-Uniform mit entsprechenden verfassungsfeindlichen Symbolen, wie etwa dem Hakenkreuz. Außerdem war der Beitrag mit einen Story Sticker "Retro" versehen und stellte einen modischen Bezug der aktuellen Trends zu vergangenen Modeelementen her.

 

Hakenkreuz "Retro"? - Bundeswehr entschuldigt sich

Auf Nachfrage von inFranken.de erklärte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums, dass es sich bei diesem Posting um einen "inakzeptablen Fehler" handle. "Wir wollen mit aller Entschiedenheit klar machen, dass Rechtsextremismus keinen Platz bei der Bundeswehr hat", betonte sie. Der ursprüngliche Plan sei gewesen, auf die Ausstellung in Dresden hinzuweisen und im Zuge dessen interessante Fakten via Social-Media zu vermitteln.

 

"Das ausgestellte und von uns irrtümlicherweise verbreitete Exponat gehörte nicht zu dieser Kategorie, die wir bewerben wollten. Im Museum war es in einer völlig anderen Abteilung und ist beim Erstellen der Postings der falschen Kategorie zugewiesen worden", stellt die Sprecherin klar. Im Museum sei das Exponat richtig eingeordnet, bei den Postings allerdings nicht.

Bundeswehr gelobt Besserung

Neben Schulungen zur Sensibilisierung der Beteiligten und Verantwortlichen sollen zukünftig auch neue Strukturen innerhalb des Team geschaffen werden, um solchen Fehlern vorzubeugen. Somit soll bei künftigen Beiträgen die entstehen die Kontrolle durch mehrere Instanzen gesichert werden, die vorher die Beiträge prüfen.

 

Öffentliche Entschuldigung

Nachdem das Posting kurz nach Veröffentlichung kommentarlos verschwand und am Tag der Veröffentlichung auch nicht mehr darauf Bezug genommen wurde, soll nun die öffentliche Entschuldigung folgen. "Wir haben uns heute Morgen zusammengesetzt und veröffentlichen nun auf all unseren Plattformen eine ausführliche Entschuldigung. Dieser Fehler war inakzeptabel", so die Sprecherin.

Auch Politiker reagieren auf das Posting

Nachdem die Bundeswehr mittlerweile ihren Fehler öffentlich eingeräumt hat, kritisieren auch Politiker den Fehler scharf: "Die Bundeswehr muss unverzüglich klären, wie so etwas auf ihren Instagram Account kommen konnte", schreibt der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Tobias Lindner, auf Twitter. Auch Lisa Paus, ebenfalls Politikerin der Grünen mahnt: "Wehrmachtsuniform mit Eisernem Kreuz und Hakenkreuz darf für die Bundeswehr kein modischer Trend oder Fetisch, sondern muss stetige Mahnung für eine demokratische Bürgerarmee sein."

Fritz Felgentreu, Sprecher der SPD im Bundestag sieht die Ursache für das Posting in der Ausrichtung der Bundeswehr. Er schreibt auf Twitter: "Krampfhaft witzig sein zu wollen hat seine Tücken." Außerdem schlägt er strengere Regulierungen der Bundeswehr durch die Dienstaufsichtsbehörde vor.

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