Der Bund Naturschutz in Bayern beklagt die Weiternutzung des Unkrautvernichters Glyphosat in der Europäischen Union. Vor der Landtagswahl im kommenden Jahr will die Organisation mit regionalen Veranstaltungen für ein Verbot des Herbizids trommeln, das Ende November nach langem Hin und Her um weitere fünf Jahre in der EU zugelassen wurde.
 


Einen Tiefpunkt in der Naturschutzpolitik im Freistaat markiere die Landtagsmehrheit für eine Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu, sagte der Landesbeauftragte Richard Mergner zur am Donnerstag veröffentlichten Jahresbilanz des Verbandes.

Alles in allem zogen die Umweltschützer aber eine positive "grüne Bilanz" für 2017. Der Bund Naturschutz freute sich etwa über eine erfolgreiche Klage gegen Wasserkraftwerke am Naturdenkmal Eisenbreche im Oberallgäu und an der Ramsauer Ache, einem Wasserlauf in den Berchtesgadener Alpen. Als erfreulich bezeichnete der Bund Naturschutz auch den endgültigen Verzicht auf weitere Staustufen an der Donau, die Abkehr von einem geplanten Flugplatz im Coburger Land sowie eine wachsende Akzeptanz in der Bevölkerung für Luchse, Wildkatzen und Biber.

Überhaupt engagierten sich immer mehr Menschen für die Bewahrung von Boden, Luft und Wasser in Bayern sowie für die Rettung bedrohter Tiere und Pflanzen. Die ökologische Landwirtschaft und die Nachfrage nach Lebensmitteln ohne Gentechnik und Pestizideinsatz nehme zu. Ende 2017 verzeichnet der Bund Naturschutz in Bayern nach eigenen Angaben rund 228 000 Mitglieder und Förderer - und damit so viele wie noch nie in seiner 105-jährigen Geschichte.