München
Ehrung

Wirbel um Karl-Valentin-Orden für Andreas Gabalier: "Ich bin wohl einigen zu bodenständig"

Der österreichische Musiker Andreas Gabalier (34) soll am Samstag mit dem Karl-Valentin-Orden ausgezeichnet werden. Doch es regt sich Widerstand. Unter anderem wird kritisiert, Gabaliers gesellschaftspolitische Haltung sei rechtspopulistisch, homophob und frauenfeindlich. Jetzt hat der Künstler sich geäußert.
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Der Musikstar Andreas Gabalier soll den Katl-Valentin-Orden erhalten. Das sorgt für Unverständnis und Spott. Foto: Stefan Adelsberger/dpa
Der Musikstar Andreas Gabalier soll den Katl-Valentin-Orden erhalten. Das sorgt für Unverständnis und Spott. Foto: Stefan Adelsberger/dpa

Die geplante Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an den österreichischen Musiker Andreas Gabalier ("Hulapalu") an diesem Samstag in München stößt auf Widerspruch. Gabaliers Kunst habe nichts mit der Kunst von Karl Valentin zu tun, "und zwar gar nichts", sagte die Direktorin des Münchner Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger, am Dienstag.

Sie distanziere sich von der gesellschaftspolitischen Haltung Gabaliers, die rechtspopulistisch, eindeutig homophob und frauenfeindlich sei.

Andreas Gabalier - ein Volkssänger 2.0?

Verliehen wird der Orden von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla. Der Komiker Valentin (1882-1948) habe sich zeitlebens als Volkssänger betrachtet, und Gabalier sei ein "Volkssänger 2.0", begründete der Verein die Ehrung. Der Sänger verstehe es wie kein anderer, volkstümliche Musik mit Stadionrock zu verbinden. "Texte von Künstlern sind vielseitig auslegbar und werden offensichtlich von bestimmten Personen je nach Neigung unterschiedlich wahrgenommen", erklärte das Vereinspräsidium. "Deshalb können wir negative und oberflächliche Interpretationen weder nachvollziehen noch bestätigen."

Das Management von Gabalier sagte, der Sänger freue sich schon sehr auf die Ehrung. Zur Kritik an der Ordensverleihung gab es zunächst keine Stellungnahme.

Gabalier reagiert auf Kritik: "Juckt mich nicht"

Inzwischen hat allerdings Andreas Gabalier selbst reagiert. Der 34-Jährige zeigte sich von der Kritik unbeeindruckt. "Wenn sich ein paar Einzelne aufregen, die mich persönlich überhaupt nicht kennen, dann juckt mich das nicht", sagte der österreichische Sänger der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch. "Ich bin wohl einigen zu bodenständig, aber das werde ich ganz sicher nicht für diese Leute ändern", erklärte Gabalier. "Von ein paar Neidern lasse ich mir meine Erfolgsgeschichte nicht kaputt reden." Er erwarte mehr Respekt, ging auf die Vorwürfe aber nicht weiter ein.

Auch Alt-Rock-'n'-Roller Peter Kraus (79), der den Preis am Samstag überreichen soll, verteidigt Gabalier. "Ich kenne Andreas als einen netten, höflichen und respektvollen Kollegen", sagte er dem Blatt.

Der Karl-Valentin-Orden wird alljährlich seit 1973 verliehen. Ordensträger sind unter anderem Hape Kerkeling, Senta Berger, Helmut Dietl, Michael "Bully" Herbig, Loriot und der frühere Papst Benedikt XVI., als er noch Erzbischof von München und Freising war.