Elena Krawzow ist bereits seit ihrer Kindheit sehbehindert. Mit sieben Jahren begann bei ihr eine sogenannte Makuladystrophobie, eine Erkrankung der Netzhaut. Bis sie 23 wurde, baute sich ihr Sehvermögen immer mehr ab, bis ihr schließlich nur 3 Prozent blieben. Das erzählt sie im Interview im aktuellen Magazin Playboy Oktober 2020. 

Ihre Augenkrankheit könne man sich so vorstellen, dass sie keinen schwarzen Fleck in der Mitte habe, sondern die Ränder miteinander stark verschwimmen. Stünden drei Menschen vor ihr, könne sie nur den ganz linken und den ganz rechten erkennen, nicht aber den, der in der Mitte steht, erklärt sie im Interview mit dem Playboy. 

Trotz Augenkrankheit: Elena holt sich den Weltmeistertitel

Elena wurde 1993 in Kasachstan geboren und zog gemeinsam mit ihren Eltern nach Bamberg, als sie 11 Jahre alt war. Aufgrund ihrer Augenkrankheit wechselte sie ein Jahr später in eine speziell dafür ausgerichtete Schule in Nürnberg. Die heute erfolgreiche Schwimmer lernte erst mit 13 Jahren, wie man sich im Wasser bewegt. 

Allerdings war schnell klar, dass sie ein Talent dafür hat. Mit einem Umzug nach Berlin und dem Eintritt in das Berliner Schwimmteam des Paralympischen Sport Clubs Berlin startete sie ihre Karriere. Bei den Paralympics in London 2012 schwamm sie sich über 100 Meter Brust auf den zweiten Platz. Letztes Jahr, bei der Para-WM, schnappte sich Elena in dieser Disziplin sogar den Weltmeistertitel.

Dass es möglich ist, trotz Behinderung eigenständig zu sein und Großes zu leisten, beweist Elena Krawzow allemal. Dass sie allerdings irgendwann für den Playboy abgelichtet wird, damit hätte die 26-Jährige nie gerechnet. Über die Anfrage habe sie sich aber sehr gefreut: "Die Bilder sind ja immer sehr ästhetisch."