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Vorschlag

SPD will feministische Pornos fördern: Sollen ARD und ZDF die Filme drehen?

Sozialdemokraten haben im Berliner Abgeordnetenhaus mit einem Vorschlag in der Bekämpfung von Sexismus überrascht: Der Antrag beinhaltet eine staatliche Förderung von feministischen Pornos.
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Sozialdemokraten haben im Berliner Abgeordnetenhaus mit einem Vorschlag in der Bekämpfung von Sexismus überrascht: Der Antrag beinhaltet eine staatliche Förderung von feministischen Pornos.  Symbolbild: pixabay.com / melancholiaphotography
Sozialdemokraten haben im Berliner Abgeordnetenhaus mit einem Vorschlag in der Bekämpfung von Sexismus überrascht: Der Antrag beinhaltet eine staatliche Förderung von feministischen Pornos. Symbolbild: pixabay.com / melancholiaphotography
Sexfilme bald im öffentlich-rechtlichen Fernsehen? Das fordert jedenfalls die Berliner SPD in einem Antrag. Dieser sieht vor, feministische Sexfilme zu Bildungszwecken mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Bereitgestellt sollen diese dann in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender werden. Die Partei sieht darin ein wirksames Werkzeug gegen Sexismus.


Die Intention des Vorschlags

Hinter dem Vorschlag steckt keine plumpe Idee, prinzipiell mehr Sex zeigen zu wollen. Der Ansatz liegt in einem Anliegen, gleichstellungs- und gesundheitspolitische Themen auf die Agenda zu bringen. Im Fokus sollen laut Vorschlag die Darstellung von authentischeren sexuellen Handlungen im Fokus stehen. Es soll dabei gleichberechtigt zwischen Männern und Frauen zugehen. Herabwürdigung ist in diesem Zusammenhang ein No-Go.

Im Kontext dieser Thematik ist mit "feministisch" gemeint, dass gute und gerechte Produktionsbedingungen herrschen. Mittlerweile trägt Pornografie, insbesondere durch die freie Verfügbarkeit im Internet, einen wesentlichen Teil zur sexuellen Aufklärung Jugendlicher bei. Sie prägen oftmals das Bild vom Geschlechtsverkehr, bevor es zu eigenen sexuellen Handlungen kommt.


Schweden macht es vor

2009 hat das staatliche Filminstitut in Schweden die feministische Pornografiesammlung "Dirty Diaries" mit rund 50.000 Euro gefördert. Dies sieht der SPD-Antrag als Vorbild an und möchte, dass die feministischen Sexfilme in den Mediatheken von ARD und ZDF zu sehen sind.

  • Kinder werden oft ungewollt mit Pornografie im Netz konfrontiert

    Wie der "Tagesspiegel" berichtet, hält die CDU den Antrag für "unangebracht". Katrin Vogel, Gleichstellungsbeauftragte der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, äußerte sich zur Debatte: Pornos gehören nicht in die öffentlich-rechtlichen Medien. Bürger seien sicher nicht bereit, durch die Rundfunkgebühren indirekt die Pornoindustrie zu unterstützen, auch wenn der Film-Konsum laut SPD-Antrag gebührenfrei sein soll. Die Linke und die Grünen beteiligen sich bislang nicht am Diskurs.
    red/tu
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