Nach dem Tod des Schauspielers Herbert Köfer mit 100 Jahren trauern Weggefährten und Freunde um den Publikumsliebling.

Der Entertainer Wolfgang Lippert etwa verabschiedete sich mit berührenden Worten im Internet: «Mein lieber Freund.. du bist einer der großartigsten Kollegen gewesen und ein wunderbarer Mensch. Du wirst mir sehr fehlen, deine Wärme wird mir sehr fehlen.» Der Schlagersänger Bernhard Brink schrieb auf Facebook: «Welch eine Karriere - welch ein Leben - 100 Jahre! ... Herbert, Deine Bühne ist jetzt eine andere.»

Sobald es einen Termin für die Trauerfeier gebe, werde er bekannt gegeben, sagte Köfers Witwe Heike am Montag auf Anfrage. Köfer sei am Samstag friedlich eingeschlafen.

Der gebürtige Berliner, der mit seiner dritten Ehefrau in Brandenburg lebte, war ein Publikumsliebling über Generationen. Rund 80 Jahre stand er auf der Bühne und vor der Kamera. Das Wort Ruhestand war aus seinem Munde nicht zu hören. Der Titel der DDR-Fernsehserie «Rentner haben niemals Zeit», in der er Opa Paul Schmidt war, traf auf Köfer bis zuletzt zu. Mit fast 90 Jahren hatte er sich am Seddiner See noch ein neues Haus gebaut. Er galt als ältester noch aktiver deutscher Schauspieler. Sein hohes Alter sah man ihm nicht an.

Noch vor wenigen Monaten hatte Köfer einen Gastauftritt bei der ARD-Serie «In aller Freundschaft» - aus Anlass seines 100. Geburtstages. Das Team der Serie schrieb nun auf Facebook: «Mit dem größten Bedauern hat uns die Nachricht erreicht, dass Herbert Köfer gestorben ist. Wir sind mit unseren Herzen bei seiner Frau, seinen Freunden und Weggefährten. Herbert, es war uns eine große Ehre!»

«Er war der coolste Levi?s Träger unter den 100-Jährigen! Good bye Köfi...», heißt es im letzten Gruß von Alexa Maria Surholt, in der Serie die Krankenhaus-Verwaltungschefin Sarah Marquardt.

Die Schauspielerin und Moderatorin Maren Gilzer erinnert sich auf Facebook: «1999 moderierte ich gemeinsam mit Herbert Köfer für den MDR eine Silvestersendung. Da spielten wir u. a. ein 100 jähriges Ehepaar. Damals ahnte ich natürlich nicht, dass er wirklich 100 Jahre alt wird. Er war so ein lieber Kollege und die Bühne war bis zum Schluss sein Leben.»

Der Berliner Entertainer Julian F. M. Stoeckel schrieb auf Facebook: «DANKE für Deine unerschrockene, unspießige, weltoffene und lebensbejahende Art, DANKE für deine Treue, deine Unterstützung und deine Freundschaft.»

Die Sängerin und Moderatorin Dagmar Frederic sagte auf dpa-Anfrage, sie freue sich, dass Köfer so alt geworden sei. «Es war ihm zu gönnen, dass er so friedlich einschlafen konnte.» Der Linke-Politiker Gregor Gysi würdigte Köfer als schauspielerische Legende der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Er habe es ins Guinness Buch der Rekorde geschafft, weil er der älteste noch auf der Bühne und im Film spielende Schauspieler war, sagte Gysi. «Ich bin davon überzeugt, dass er nie in Vergessenheit geraten wird.»

Auch die Comödie Dresden würdigte den Schauspieler: «Mit vielen erfolgreichen Produktionen und den unterschiedlichsten Rollen hat Herbert Köfer durch seine unermüdliche Spielfreude und angetrieben von der Lust an Fleiß und Perfektion das künstlerische Schaffen unseres Hauses wesentlich geprägt. Er war ihm - und dem Dresdner Publikum im Besonderen - stets auf ganz intensive Weise verbunden, so dass wir uns noch beim letzten Gespräch darauf freuten, gemeinsam unser 25jähriges Jubiläum im Herbst zu feiern», sagte Intendant Christian Kühn der Deutschen Presse-Agentur. Köfer hatte in Dresden unter anderem in einer Bühnenadaption seines TV-Erfolges «Rentner haben niemals Zeit» gespielt. Ab 2015 war er an der Comödie bei «Opa ist die beste Oma» in einer Doppelrolle zu erleben.

Köfers Karriere hatte in den 1940er Jahren begonnen - zunächst am Theater. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er beim DDR-Fernsehen: 1952 verlas er dort die ersten Nachrichten. Bei der Silvestergala 1991 war er schließlich dabei, als für das DDR-Fernsehen die Lichter ausgingen. Köfer spielte in DEFA-Filmen wie «Nackt unter Wölfen» (1963) mit und war nach dem Mauerfall in beliebten Serien wie «SOKO Leipzig» oder «Ein starkes Team» zu sehen. Er liebte aber Auftritte im Theater auf der Bühne.

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