Lady Gaga, Lady Gaga und nochmal Lady Gaga: Die US-Musikerin hat bei den MTV Video Music Awards in ihrer Heimatstadt New York insgesamt fünf Auszeichnungen abgeräumt und damit mehr als jeder andere nominierte Künstler.

Bei der ersten großen Live-Preisgala in den USA seit Beginn der Corona-Pandemie zeigte sich die 34-Jährige in der Nacht zum Montag mehrfach auf der Bühne - immer in unterschiedlichen ausgefallenen Kostümen und immer mit Mund-Nasen-Schutz. «Seid freundlich, tragt Masken und seid mutig und immer mutiger», rief sie ihren Fans zu.

Gaga gewann in der Kategorie «Künstler*in des Jahres» und bekam den eigens für sie geschaffenen «Tricon Award», der neben ihrem künstlerischen Schaffen auch ihren Einsatz als Aktivistin ehrt. Die Sängerin sei jemand, «der uns alle inspiriert und ermächtigt», sagte das Model Bella Hadid, die Gaga den «Tricon Award» überreichte. «Das bedeutet mir mehr, als ihr wahrscheinlich wahrnehmt», sagte Gaga. «Es war kein einfaches Jahr für viele Menschen, aber ich sehe in der Welt einen großen Triumph des Mutes. Auch wenn wir gerade voneinander getrennt sind und die Kultur sich vielleicht nicht so dynamisch anfühlt - ich weiß, dass es eine Renaissance geben wird.»

Außerdem gewann Gaga gemeinsam mit Kollegin Ariana Grande drei Preise in der Form von Mondmenschen für den Song «Rain On Me» und das dazugehörige Video. Die beiden Sängerinnen traten auch gemeinsam auf - und legten dabei ihre Masken nicht ab: «Es fühlt sich an, als wären Ariana und ich seelenverwandt», sagte Gaga. Mit je neun Nominierungen waren die beiden bereits als Top-Favoritinnen ins Rennen um die Auszeichnungen gegangen, die seit 1984 verliehen werden.

Das erste große Live-Spektakel mit Auftritten und Auszeichnungen in den USA seit Beginn der Pandemie fand auf mehreren Outdoor-Bühnen in New York statt, unter anderem einer Aussichtsplattform hoch über Manhattan, von der aus zu Beginn der Musiker The Weeknd auftrat, und einem Autokino im Stadtteil Brooklyn. Teils waren vor den Bühnen nur wenige Zuschauer, teils wurde Jubel und Klatschen vom Band eingespielt.

Neue Preiskategorien wie «Bestes Musik-Video von Zuhause» (Ariana Grande und Justin Bieber: «Stuck with U») und «beste Quarantäne Darbietung» (CNCO: «Unplugged At Home») feierten Pandemie-Produktionen, außerdem wurde medizinisches Personal für seinen Einsatz geehrt. Die Verleihung der «VMAs», normalerweise eher als Spaß-Veranstaltung zum Ende des Sommers angesehen, galt in diesem Jahr als eine Art Versuchsballon, nachdem viele ähnliche Veranstaltungen wegen der Pandemie abgesagt oder verschoben worden waren.

Einige Stars blieben dem Spektakel lieber fern, andere, wie etwa Sängerin Taylor Swift oder die südkoreanische Boyband BTS, schickten Videobotschaften - und trotzdem war das Staraufgebot mit Abstandsgebot riesig: Unter anderem Miley Cyrus, Maluma, DaBaby, die Black Eyed Peas, Drew Barrymore, Nicole Richie, Kelly Clarkson und Doja Cat zeigten sich vor Ort in New York. In einem kurzen Einspielfilm wurde dem am Freitag im Alter von nur 43 Jahren an Krebs gestorbenen «Black Panther»-Schauspieler Chadwick Boseman gedacht.

Moderiert wurde die Gala von Keke Palmer. «Ich weiß nicht, ob ich die erste Wahl war, oder ob ich angesichts von Covid-19 die einzige war, die mutig genug ist», witzelte die Schauspielerin. Aber sie machte auch direkt zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass diese noch von einer weiteren Krise dominiert werde: «Wir dürfen Polizeibrutalität oder Unrecht nie akzeptieren.»

Nach dem Tod mehrerer Afroamerikaner bei brutalen Polizeieinsätzen demonstrieren in den USA seit Monaten Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. So zeigte sich dann auch der Sänger The Weeknd so gar nicht in Feierstimmung, obwohl er zwei Preise bekam. «Es ist sehr schwer für mich, jetzt gerade zu feiern und diesen Moment zu genießen.» Die Black Eyed Peas beendeten die Gala mit zwei Songs - und den Abschlussworten: «Black Lives Matter.»

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