Ungewohnt unauffällig hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei der Aufzeichnung des TV-Quotenhits «Fastnacht in Franken» gezeigt, will aber in Zukunft wieder Kostüm tragen.

Der CSU-Politiker erschien schlicht im Smoking mit schwarzer Fliege. Seit er 2018 Regierungschef geworden ist, hat Söder keine grellen Kostüme mehr in der Traditionssendung getragen, 2019 und 2020 aber immerhin mit bunten Fliegen närrische Akzente gesetzt.

Söder verspricht Kostüm-«Comeback»

Doch er versprach ein «Comeback». Der 55-Jährige sagte nach der am Mittwoch aufgezeichneten Sendung: «Nächstes Jahr komme ich auf jeden Fall wieder im Kostüm.» Söders karnevalistische Aufmachungen waren jahrelang ein zuverlässiger Blickfang gewesen. Der Franke war unter anderem als Zeichentrickfigur Homer Simpson, als grünes Hollywood-Monster Shrek und als Marilyn Monroe aufgetreten.

Ilse Aigners Schuhe als Blickfang

An seiner Stelle trugen wenigstens viele andere bayerische Politiker höchst kreative Kostümierungen zur Schau. Aufsehen erregten unter anderem die Schuhe von Ilse Aigner. Die Präsidentin des Münchner Landtags kam als Engel Aloisia im blau-weißen Gewand. Die Pumps mit hohen Absätzen wurden an den Seiten von Geweihen geziert.

Für Rätselraten sorgte die Verkleidung des bayerischen Kunst- und Wissenschaftsministers Bernd Sibler (CSU): Gepuderte Perücke, historisches Gewand, ein Stoffhund samt Stein. Des Rätsels Lösung: ein Universalgelehrter im Sinne Goethes. Der Hund sollte eine Anspielung auf den Ausdruck «des Pudels Kern» aus Goethes «Faust» sein.

Wieder mit Publikum

Die Faschingssendung «Fastnacht in Franken» wird am Freitagabend im Bayerischen Rundfunk (BR) ausgestrahlt. Nach einjähriger Pause durfte wieder Publikum dabei sein. Allerdings nur rund 170 Menschen - statt wie sonst etwa 600 Leute.

Die «Fastnacht in Franken» ist die erfolgreichste Sendung des BR und überrundet oft die anderen großen Sender, wenn sie ausgestrahlt wird.