Der Hamburger Moderator Jörg Pilawa (55) musste in diesem Jahr den Familienurlaub auf seiner kleinen Insel vor Kanada streichen. «In diesem Jahr ging es wegen Corona leider nicht. Das Ausklinken fehlt schon», sagte Pilawa der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Ihm habe die Ruhe und Abgeschiedenheit auf der rauen Insel ohne fließendes Wasser und Strom in diesem Jahr als Ausgleich sehr gefehlt. «Wir hacken dort Holz und sammeln Regenwasser. Strom liefert die Sonne und für den Notfall gibt es einen Generator. Wir leben dort sehr rudimentär. Man ist sehr in der Natur und mit der Natur. Aber das brauche ich ganz einfach, weil ich in meinem Job wahnsinnig viel herumkomme und dabei so etwas Elementares wie Natur nicht stattfindet.» Bewegt habe ihn im Corona-Jahr auch, dass die Insel sogar seinen älteren Kindern gefehlt habe - obwohl es dort kein Internet und keinen Handyempfang gibt. «Das ist wirklich bei uns ein Ritual, das uns in diesem Jahr total fehlt.»

Die Insel sei sonst auch für das digitale Entgiften sehr wertvoll. «In den ersten zwei Tagen haben wir körperlichen Entzug und laufen über dieses kleine Inselchen und suchen Empfang.» Und am Ende des Urlaubes erkenne man nach dem Lesen von 1000 ungelesenen Nachrichten und 2000 verpassten Posts, dass eigentlich nichts gefehlt hat. «Die genialste Reaktion meiner Kinder ist, wenn sie nach dem Durchscannen sagen: "Papa, es ist eigentlich nichts passiert!" Das finde ich immer schön, dass sie das einmal im Jahr so erleben und das fehlt dieses Jahr.»

Pilawa ist in dritter Ehe verheiratet und hat vier Kinder. Die kleine Insel - «in einer Viertelstunde ist man rum» - liegt im Atlantik im Osten Kanadas. 2009 hatte er sich mit dem Kauf der 36 000 Quadratmeter großen Insel einen Wunsch erfüllt, den er bereits als 18-Jähriger hatte. «Wir haben es bis heute nicht bereut. Kanada ist schon eine Herzenssache.»

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