München

Friedenspreis des Deutschen Films für Michael Herbig

Der Regisseur erzählt die Geschichte zweier Familien, die 1979 mit einem selbst gebauten Heißluftballon die Flucht aus der DDR in den Westen wagten.
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Michael Herbig
Michael Herbig, Regisseur und Schauspieler, bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Films - Die Brücke in München. Foto: Tobias Hase

Für seinen Fluchtthriller «Ballon» ist der deutsche Regisseur Michael «Bully» Herbig (50) mit dem nationalen Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke ausgezeichnet worden.

«Ballon» erzählt die Geschichte zweier Familien, die 1979 mit einem selbst gebauten Heißluftballon die Flucht aus der DDR in den Westen wagten.

Herbig habe es geschafft, die Nöte, Ängste und Zweifel der Familien ebenso überzeugend zu inszenieren wie ihren Mut und ihre Solidarität, begründete die Jury ihre Entscheidung am Dienstag in München. Besonders viel bedeute ihm, «dass Kinder - für die ein geteiltes Deutschland nach Science-Fiction klingt - nach dem Film nach Hause gehen und wissen wollen, wie es dazu kam», sagte Herbig.

Der internationale Friedenspreis des Deutschen Films ging an die libanesische Regisseurin Nadine Labaki. Ihr für den Oscar nominierter Film «Capernaum» schildere auf ergreifende und schonungslose Weise das Leben des zwölfjährigen Jungen Zain, der in einem Flüchtlings-Slum in Beirut aufwachse, so die Jury. Mit dem Sonderpreis wurde der syrische Regisseur Talal Derki für seinen Dokumentarfilm «Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats» geehrt.

Der mit je 7500 Euro dotierte Friedenspreis des Deutschen Films ehrt künstlerisch wertvolle Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension. Er wird seit 2002 vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds verliehen, in Erinnerung an den Filmemacher Bernhard Wicki und seinen Antikriegsfilm «Die Brücke». Initiatorin ist seine Witwe Elisabeth Wicki Endriss.

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