Köln

Einfach Hardcore: Fans feiern Technopop-Legende Scooter

Die Technopop-Band Scooter eröffnet das Musikfestival «c/o pop». Mit ihrem energetischen Hardcore-Techno hat die Band auch bei Musik- Hipstern einen Kultstatus erreicht - die rund 3000 Zuschauer der Auftakt-Show feiern den Auftritt der Band um Frontmann H.P. Baxxter.
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Scooter
Der Sänger H.P. Baxxter von der Band Scooter beim Auftakt des Musikfestivals «c/o pop». Foto: Henning Kaiser

Hyper Hyper» dröhnt es zu einem wummernden Bass aus den Boxen, während Feuerfontänen in die Luft schießen und bunte Lichter durch das Kölner Palladium flackern.

Der Song, der die Technopop-Legende Scooter in den 1990er Jahren so berühmt gemacht hat, darf natürlich auch am Mittwochabend beim Eröffnungskonzert des Musikfestivals «c/o pop» nicht fehlen. Begeistert feiern die rund 3000 Fans am Ende der rund eineinhalbstündigen Show die Band um Frontmann H.P.Baxxter mit «Hardcore»-Rufen und fordern weitere Zugaben ein.

Die Fans spüren, dass sie eine besondere Show erlebt haben. Dass Scooter als Headliner das Festival «c/o pop» eröffnen dürfen, wirkt wie eine Verbeugung vor den seit über 25 Jahren erfolgreichen Ikonen ihres Hardcore-Technos - und ist für ein Festival, das ansonsten eher auf Szene-Bands und Talente der Pop-Avantgarde setzt, keine Selbstverständlichkeit.

Nicht immer galten Scooter mit ihrer oft abschätzig als «Kirmes-Techno» bezeichneten Musik als cool. Inzwischen haben Scooter jedoch einen Kultstatus erreicht, der auch den Festivalmachern nicht verborgen geblieben ist. «Scooter hat sich in der Gruppe der 20- bis 30-Jährigen Hipster zu einer Art heimlichen Liebe entwickelt, zu der man einfach auch einmal richtig abfeiern kann», erklärt Norbert Oberhaus, Geschäftsführer der «c/o pop», das Phänomen. Dass die Einladung von Scooter als Festival-Headliner polarisiert und nicht von allen Festival-Besuchern goutiert wird, war den Festival-Machern durchaus bewusst. «Wir wollten aber auch hier mal Mut beweisen», sagt Oberhaus.

Feiern und dabei ein wenig ironisch schmunzeln - das ist es wohl, was den nun schon seit über 25 Jahren anhaltenden und nun auch in der Hipster-Szene angekommenen Hype um Scooter ausmacht. Auch am Mittwochabend tanzt das Publikum im Kölner Palladium ausgelassen und oft mit einem Augenzwinkern im Gesicht zu den peitschenden Beats und eingängigen Refrains der Band.

Immer wieder gehen Jubelschreie des Publikums durch die Halle, wenn einer der vielen Hits der deutschen Hardcore-Raver angestimmt wird. Neben dem obligatorischen Superhit «Hyper Hyper» sind unter anderem die Hits «My Gabber», «How Much Is The Fish» und auch der neue Song «Rave Teacher (Somebody Like Me)» zu hören. Inspirationen holt sich Scooter aus den verschiedensten popkulturellen Ecken: Mit «Nessaja» steht ein Peter-Maffay-Cover ebenso auf dem Programm wie der «Logical Song» von Supertramp.

Musikalisch sind Scooter der Linie treu geblieben. Die international erfolgreiche Techno-Band, die weltweit schon über 30 Millionen Tonträger verkauft hat, setzt auch 2019 weiter auf stampfende Beats und mitreißende Elektro-Fanfaren-Sounds. Das sicherlich charakteristischste Merkmal sind die von H.P. Baxxter eingeworfenen «Shouts» - energetisch ausgerufene Parolen, die mit Zeilen wie «How Much Is The Fish» eher dadaistische Züge tragen. Über 25 Jahre gehen Scooter nun schon unbeirrt ihrem Konzept nach. «Always Hardcore» ruft H.P. Baxxter, der mit bürgerlichem Namen Hans Peter Geerdes heißt, und wie immer mit weißblonder Kurzhaarfrisur und T-Shirt auftritt, gleich bei seinem ersten Song des Abends ins Publikum - eine Zeile, die das musikalische Credo auf den Punkt bringt.

Die Show macht nicht zuletzt auch deutlich, dass Scooter eine starke Live-Band sind, die ohne Aufwärmzeit die Zuschauer in Fahrt bringt. H.P. Baxxter sowie die Soundmaster Phil Speiser und Michael Simon, die im Hintergrund an Keyboards und Soundmaschinen stehen, fordern die Fans immer wieder zum Springen, Tanzen und Mitsingen auf. Nach eineinhalb Stunden ist dann aber Schluss: Mit einem lauten Pyro-Knall endet die Show nach dem Song «Move Your Ass!».