Bayreuth

Heiß, heißer, Bayreuth! - Eröffnung der Festspiele

Es war heiß, die Kleider klebten am Leib. Die Gäste der Eröffnung der Bayreuther Festspiele waren dennoch guter Laune. Dafür sorgte nicht zuletzt der neue «Tannhäuser» mit einem beschwingten und humorvollen Beginn.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bayreuther Festspiele
Bundeskanzlerin Angela Merkel schreitet mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dessen Frau, Karin Baumüller-Söder, über den roten Teppich. Foto: Tobias Hase
+12 Bilder

Das Schaulaufen auf dem roten Teppich bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele war eine schweißtreibende Angelegenheit. Während die Sonne vom Himmel knallte und die Wetterdienste Rekordwerte meldeten, posierten Politiker, Schauspieler und andere Prominente vor den Fotografen und Fernsehteams.

Sie waren gekommen, um Richard Wagners Oper «Tannhäuser» zu sehen. Die Neuinszenierung von Tobias Kratzer mit Waleri Gergijew als Dirigent ließ die Hitze und die Strapazen schnell vergessen. Schon nach dem 1. Akt gab es begeisterten Beifall.

Regisseur Kratzer macht die Festspiele selbst zum Thema, ebenso wie den Gegensatz zwischen Popkultur und Hochkultur. Auf der Bühne: Ein Nachbau des Festspielhauses. Der Chor als Wagner-begeistertes Publikum läuft den Grünen Hügel hoch und fächelt sich dabei Luft zu. In der ersten Pause gab es eine Einlage im Festspielpark. Ein Travestiekünstler, in der Oper der Hüter des Venusberges, sang «Holiday» von Madonna und einen Song aus dem Zeichentrickfilm «Arielle».

Unter den Ehrengästen war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die ohne ihren Mann angereist war. Stattdessen erschien sie mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). «Ich bin heute zuständig für meine Frau und für die Kanzlerin», scherzte Söder, der Merkel über den roten Teppich begleitet hatte.

Die Frauen hatten es bei der Eröffnung der traditionsreichen Festspiele um einiges leichter. Die meisten trugen bunte, luftige Abendroben. Die Männer dagegen trotzten den schweißtreibenden Temperaturen in schwarzen Anzügen und Smokings, meistens sogar noch mit Fliege.

«Wenn die Oper gut ist, spürt man weder Hitze noch Kälte», sagte Schauspielerin Michaela May, die ein elegantes Goldkleid gewählt hatte. Goldtöne gab es auch in Merkels Kostüm, mit grün-changierendem, langem Rock und Oberteil mit Dreiviertelärmeln. Bei Bundesdigitalministerin Dorothee Bär (CSU) glitzerte es dagegen am Fuß: Sie trug extravagante, silberne Pumps mit hohen Absätzen.

Im Publikum saßen auch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit seiner Gattin Soyeon Kim, die Schauspieler Harald Krassnitzer und Udo Wachtveitl sowie zahlreiche Politiker, etwa Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Und was machte die Maus in Bayreuth? Der Grund: Dreharbeiten. «Wir sind halt hier, weil wir für 'Die Sendung mit der Maus' einen Film gemacht haben, wie so eine Aufführung in Bayreuth gemacht wird», sagte Moderator Armin Maiwald, als er die Figur aus der bekannten Kinderwissenssendung des Westdeutschen Rundfunks zum Festspielhaus führte - Hand in Pfote.

In dem orangefarbenen, plüschigen Mäusekostüm steckte eine Frau, die einiges aushalten musste - brannte die Sonne doch nur so vom Himmel. Wie viel Grad wohl unter dem Kostüm herrschen? «45, 50 Grad hat's bestimmt», mutmaßte Maiwald. Die Maus selbst wollte dazu nichts sagen, würde sie doch sonst aus der Rolle fallen. «Unsere Maus ist immer stumm, wird sie immer bleiben», so der Moderator.